Rüstung
Konferenz: Viele Staaten wehren sich gegen Atomwaffen

Nach der Explosion einer französischen Atombombe 1971 schwebt dieser riesige Atompilz über dem Mururoa-Atoll. Foto: -/dpa

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Alle Zeichen stehen auf Aufrüstung. Doch ein Teil der Welt will, dass zumindest Atomwaffen abgeschafft werden – Forderungen werden dabei auch an die Bundesregierung gestellt.

Es sind auf den ersten Blick nicht die einflussreichsten Staaten, die sich in Wien zu ihrer ersten Konferenz versammelt haben. Bangladesch, Kasachstan, Nigeria, Kiribati, Chile… Sie gehören zu den 65 Ländern, die den neuen UN-Atomwaffenverbotsvertrag (TPNW) ratifiziert haben, 86 haben ihn zumindest unterschrieben.

Sie treibt um, was UN-Generalsekretär Antonio Guterres zu Beginn der dreitägigen Konferenz am Dienstag per Videobotschaft auf den Punkt bringt: «Wir können nicht zulassen, dass die Atomwaffen in den Händen einiger weniger Staaten alles Leben auf unserem Planeten bedrohen.» 13.000 Atomsprengköpfe lagern in den Arsenalen von neun Staaten. Schon einige wenige könnten das Leben und den Planeten extrem bedrohen. Also: Weg damit, sagt der TPNW in bisher einmaliger Klarheit.

Das Umfeld der Konferenz ist denkbar ungünstig für ihr Anliegen. Spätestens seit dem Krieg in der Ukraiane stehen die Zeichen auf Aufrüstung, die atomaren Fähigkeiten gewinnen eher an Bedeutung. «Alle Zeichen zeigen in die falsche Richtung», sagte Österreichs Abrüstungsexperte und Diplomat Alexander Kmentt. Und dreht zugleich den Spieß um: Gerade in einer Zeit wie dieser sei ein solcher Vertrag, sei eine solche Initiative wichtig. Experten hatten am Tag vor der Konferenz in Vorträgen gezeigt, welche katastrophalen Folgen die Explosion schon einiger Atomwaffen hätte – und Beispiele genannt, dass die Welt mehrfach an deren Einsatz nur knapp vorbeigeschrammt sei. Inzwischen lasse die Rhetorik gerade…