Parlamentswahl in Frankreich
Präsident Macron beginnt Suche nach Regierungsoptionen

Emmanuel Macron (r), Präsident von Frankreich, neben Olivier Faure, Erster Sekretär der Sozialistischen Partei Frankreichs, nach ihrem Treffen im Elysee-Palast. Foto: Mohammed Badra/EPA EFE POOL/AP/dpa

© dpa-infocom GmbH

Präsident Macron hat damit begonnen, einen Ausweg aus dem Wahldebakel vom Sonntag zu suchen. Da er nur noch mit einfacher Mehrheit im Parlament ausgestattet ist, braucht er Unterstützer.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat nach seiner Schlappe bei der Parlamentswahl mit dem Verlust der absoluten Mehrheit mit der Suche nach Regierungsoptionen begonnen.

Im Pariser Élyséepalast empfing der Staatschef am Dienstag nacheinander die Führer der im Parlament vertretenen Parteien, um Möglichkeiten für eine konstruktive Zusammenarbeit oder Koalition auszuloten. Bis zum Mittwoch sollten diese Gespräche abgeschlossen sein, hieß es aus dem Élyséepalast. Aus den ersten Reaktionen der beteiligten Parteiführer zeichnete sich zunächst noch keine Lösung ab.

Unterdessen wies Macron am Dienstagmorgen ein Rücktrittsgesuch von Premierministerin Élisabeth Borne ab. Er wolle, dass sie im Amt und die Regierung damit handlungsfähig bleibe, teilte der Élyséepalast mit. Das Rücktrittsgesuch der amtierenden Regierung ist nach der Parlamentswahl in Frankreich üblich und eher ein formeller Akt. Nun aber ist die Lage eine besondere. Bei der Wahl am Sonntag nämlich hatte das Mitte-Lager des Präsidenten keine absolute sondern nur noch eine einfache Mehrheit erhalten, eine in Frankreich seit über 30 Jahren nicht mehr da gewesene Situation.

Ministertreffen statt Kabinettssitzung

Die eigentlich am Dienstag geplante Kabinettssitzung wurde abgesagt. Regierungschefin Borne berief stattdessen die Ministerinnen und Minister am Nachmittag zu einem…