Bei seiner Suche nach Partnern für eine Regierungsmehrheit im Parlament hat sich Frankreichs Präsident Emmanuel Macron eine Abfuhr bei den konservativen Republikaner geholt. Seine Partei werde „weder einen Pakt noch eine Koalition“ eingehen, sagte Parteichef Christian Jacob nach einer Unterredung mit Macron in Paris. Macron hatte nach der Schlappe seines Wahlbündnisses bei der Parlamentswahl die Spitzenvertreter der wichtigsten Parteien zu einem je einstündigen Gespräch eingeladen.

„Ich bin doch kein Deutscher, wir haben eine anderes politisches System“, hatte Jacob schon zuvor dem Sender France Inter gesagt. In Frankreich sind Koalitionen – anders als etwa in der Bundesrepublik – bislang unüblich. Da Macrons Mitte-Bündnis Ensemble die absolute Mehrheit verloren hat, würde sich – jedenfalls rein rechnerisch – eine Koalition mit den Republikanern anbieten. Die Parteiführung der Konservativen von Ex-Präsident Nicolas Sarkozy hatte aber schnell klar gemacht, dass sie in der Opposition bleiben wolle. „Wir sind nicht das Reserverad“, betonte Jacob.

Olivier Fauré, der Generalsekretär der Sozialisten, erklärte, seine Partei könne durchaus einige politische Vorhaben Macrons unterstützen – jedoch nur, wenn der Präsident im Gegenzug auch programmatische Ideen der Sozialisten in sein Programm integriere.

Auf der Suche nach „konstruktiven Lösungen“

Am Vormittag hatte Premierministerin Elisabeth Borne ihren Rücktritt angeboten, wie es in Frankreich nach einer Parlamentswahl üblich ist. Macron will zwar in Kürze die Regierung umbilden, lehnte den Rücktritt aber zunächst ab, „damit die Regierung weiter ihre Arbeit machen kann“, wie es aus dem Élysée-Palast hieß. Der Präsident sei auf der Suche nach „möglichen konstruktiven Lösungen“.

In Macrons Welt spielt sie noch eine Rolle: Der Präsident lehnte das Rücktrittsangebot von Ministerpräsidentin Borne ab

Auf Macrons Gesprächsliste zur Partnersuche im Parlament stehen unter anderen noch Francois Bayrou,…