Einer der Hintermänner des Mordes an der honduranischen Umweltaktivistin Berta Cáceres ist zu 22 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Das teilte die Justiz des mittelamerikanischen Landes mit. Das Strafmaß wurde erst jetzt verkündet, nachdem ein Gericht den Unternehmer Roberto David Castillo bereits im Juli vergangenen Jahres des Mordes für schuldig befunden hatte.

Der Ex-Präsident der Energiefirma Desa wurde als Mittäter eingestuft, der durch den Mord Hindernisse für die Tätigkeiten seiner Firma beseitigen wollte. Cáceres hatte gegen den Bau eines Wasserkraftwerks durch Desa gekämpft. 

Öffentlichkeitswirksam wurde 2018 der Unternehmer Roberto David Castillo festgenommen

Cáceres wurde 2016 in ihrem Haus erschossen

Die 44-Jährige, die sich für die Rechte der Lenca-Ureinwohner einsetzte, war im März 2016 in ihrem Haus in der Stadt La Esperanza im Westen von Honduras erschossen worden. Bereits im Dezember 2019 wurden sieben Beteiligte – darunter auch auch zwei hochrangige Mitarbeiter der Firma Desa –  zu Haftstrafen zwischen rund 30 und 50 Jahren verurteilt.

Während der Verhandlung fordern Unterstützer von Berta Cáceres die „Verurteilung der Drahtzieher“

Der von Cáceres mitgegründete Rat der indigenen Völker Honduras‘ (COPINH) forderte nach der Urteilsverkündung, weitere Hintermänner festzunehmen – Castillo sei nur ein Glied in der Befehlskette gewesen. Aufgrund ihrer Aktivitäten war Caceres immer wieder Ziel von Angriffen. COPINH und die Angehörigen waren von Anfang an davon ausgegangen, dass das Unternehmen hinter dem Mord steckt. Desa selbst bestritt immer jede Beteiligung. Gegen das Urteil kann Berufung eingelegt werden.

Renommierte Preise für Cáceres

Für ihr Engagement war Cáceres mit dem renommierten Goldman-Umweltpreis ausgezeichnet worden. Posthum war sie im Jahr 2020 eine Finalistin für den Sacharow-Menschenrechtspreis des Europaparlaments.

nob/rb (dpa, epd, efe)