Konjunktur
Industrie spürt Folgen von Abhängigkeiten

BDI-Präsident Siegfried Russwurm macht sich Sorgen um die Konjunktur in Deutschland. Foto: Britta Pedersen/dpa

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Die Auftragsbücher sind zwar voll – aber gestörte Lieferketten als Folge der Pandemie und des Ukraine-Kriegs bremsen laut Industrieverband die Unternehmen. Welche Folgen das hat.

Die deutsche Industrie mit Millionen Beschäftigten sieht sich zunehmend belastet von den Folgen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine und der Corona-Pandemie.

Vor allem aufgrund massiver Probleme bei Rohstofflieferungen schraubte der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) seine Konjunkturprognose für dieses Jahr drastisch nach unten.

Die Industrie erwartet für dieses Jahr nur noch ein Wachstum der Wirtschaftsleistung in Deutschland von rund 1,5 Prozent, wie der BDI in Berlin zum Tag der Industrie mitteilte. Zu Jahresbeginn war er vor Beginn des Ukraine-Kriegs noch von einem Plus um etwa 3,5 Prozent ausgegangen.

Krieg hat «Achillesferse» des Industrielandes Deutschland aufgedeckt

Zwar sei der Auftragsbestand bei den Unternehmen auf einem Rekordhoch. Aufgrund von Lieferengpässen sei die Produktion aber zum Teil erheblich beeinträchtigt, so der BDI. Der Verband verwies auch auf Staus bei Containerschiffen, eine Folge von Corona-Lockdowns in China. Der BDI ist mit seiner Prognose pessimistischer als etwa das Münchner Ifo-Institut, das ein Wirtschaftswachstum von 2,5 Prozent prognostiziert hatte. Die Bundesregierung erwartet eine Zunahme von 2,2 Prozent, diese Prognose stammt allerdings von Ende April.

BDI-Präsident Siegfried Russwurm sagte, der Krieg habe die «Achillesferse» des Industrielandes Deutschland aufgedeckt: die Versorgungssicherheit für Energie, Rohstoffe und Basistechnologien.

Deutschland…