„Shaping tomorrow, now“ ist das Global Media Forum, GMF,der Deutschen Welle in diesem Jahr überschrieben, „Die Welt von morgen gestalten, heute“. Ein großer Anspruch angesichts von Kriegen, Krisen, Katastrophen, von Herausforderungen durch wachsenden Nationalismus, durch mächtiger werdende Autokratien. Mehrfach wurde auf dem internationalen Medienkongress vor der Gefahr des Faschismus gewarnt. Journalisten und Medien spielen bei dieser Gestaltung der Zukunft eine zentrale Rolle, war der übereinstimmende Tenor am Eröffnungstag des GMF. Weil Informationen eine zentrale Rolle spielen – im Guten wie im Schlechten: mit wahrheitsgemäßer Aufklärung oder mit Desinformationen und Propaganda.

„Lügen, aufgeladen mit Hass und Wut verbreiten sich schneller als Fakten und Tatsachen“, sagte Maria Ressa auf dem GMF. Die philippinische Friedensnobelpreisträgerin von 2021 hielt eine leidenschaftliche Eröffnungsrede.Sie spannte einen weiten Bogen von ihrer persönlichen Verfolgungserfahrung als Journalistin über die Diktatur schier allmächtiger Algorithmen der sozialen Netzwerke hin zu den konkreten Auswirkungen, die eine fehlgeleitete Entwicklung des Informationsraums haben können – etwa auf die über 30 Wahlen, die in diesem Jahr weltweit die politische Zukunft beeinflussen.

Schlacht um Wahrheit

Wo sie selbst in der Abgrenzung zwischen Journalismus und Aktivismus steht, hatte Ressa schon bei der Verleihung des Friedensnobelpreises im letzten Dezember deutlich gemacht: „In der Schlacht um Wahrheit, in der Schlacht um Fakten, sind Journalisten Aktivisten.“

Die sozialen Medien der Silicon-Valley Konzerne verglich Ressa in Bonn mit einer „Atombombe, die in unserem Informationssystem explodiert ist“. Facebook habe Journalisten durch Influencer ersetzt; Technologiefirmen würden darüber entscheiden, welche Medienunternehmen überleben, diagnostizierte Ressa. Sie fürchte um die Zukunft der Demokratien, bekannte die Gründerin des Online-Nachrichtenprotals „Rappler“. „Wenn du dafür…