Energiecharta
Vor dem Europäischen Gerichtshof: Junge Menschen wollen Energiekonzernen an den Kragen

Wasserdampf kommt aus den Kühltürmen des Braunkohlekraftwerkes Neurath, davor stehen Windkraftanlagen

© Federico Gambarini / DPA

21.06.2022, 18:12
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Zwölf Staaten sollen aus der Energiecharta austreten. Das fordert eine Gruppe junger Menschen zwischen 17 und 31 Jahren. Dafür ziehen sie sogar vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.

Nach dem Jahr 2021 steht auch dieses Jahr wieder ganz im Zeichen der Naturkatastrophen. Aus Lateinamerika und Südasien mehren sich Berichte von zerstörerischen Überschwemmungen, während sich Europa im Süden aber auch in der Mitte vor Hitzewellen und Waldbränden zu schützen versucht. Immer mehr Menschen sind von Umweltkatastrophen betroffen – wenige versuchen dagegen vorzugehen. Eine Ausnahme ist da etwa eine Gruppe 17- bis 31-Jähriger. Die fünf jungen Menschen stammen laut dem britischen „Guardian“ aus verschiedenen Ländern, teilen aber ihre Erfahrungen mit Umweltkatastrophen.

Am Donnerstag ziehen sie vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, um gegen die bisher kaum bekannte Energiecharta vorzugehen. Ihr Argument: Das Abkommen behindere den Kampf gegen die Klimakrise. Laut dem Medienbericht wird das Gericht in Straßburg damit zum ersten Mal damit beauftragt, den Vertrag zu prüfen.

Was ist die Energiecharta?

Bei dem Energiecharta-Vertrag (englisch: Energy Charter Treaty, kurz: ECT) handelt es sich um einen internationalen Vertrag, der die Integration der Energiesektoren der ehemaligen Sowjetunion und Osteuropas nach dem Kalten Krieg in den europäischen und globalen Markt regeln sollte. Dessen Grundlage, die Energiecharta, wurde 1991 in Den Haag, der rechtsverbindliche Vertrag drei Jahre später in Lissabon unterzeichnet. Beides trat 1998 in Kraft. Die ECT zählt 51…