Ausschuss zu 6. Januar 2021
Trump hat „Kontakt zur Realität verloren“ – Ex-Präsident verteidigt seine Behauptungen mit zwölfseitigem Pamphlet

Donald Trump in seiner Videobotschaft vor dem Untersuchungsausschuss.

© Mandel Ngan / Picture Alliance

14.06.2022, 06:52
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Vor dem Untersuchungsausschuss zum Kapitolsturm nennt Ex-US-Justizminister William Barr Donald Trumps Wahlbetrugsvorwürfe „verrückt“. Der hatte sich am Wahlabend zum Sieger ausgerufen, obwohl sein Team gewusst habe, dass das Ergebnis nicht feststeht.

Donald Trump hat Vorwürfe des Untersuchungsausschusses zur Erstürmung des US-Kapitols in einem mehrseitigen Dokument zurückgewiesen. Der ehemalige US-Präsident warf dem Ausschuss vor, die „Justiz zum Gespött“ zu machen und entlastende Zeugen ausgeschlossen zu haben. In dem zwölfseitigen Schreiben, das auch etliche Fußnoten enthält, wiederholte das frühere Staatsoberhaupt seine unbelegten Wahlbetrugsbehauptungen und Wahlsiegfantasien. Er warf den Demokraten und US-Präsident Joe Biden vor, das Land zu zerstören. „Die Demokraten tun alles in ihrer Macht Stehende, um mich zu stoppen – aber wir können nicht aufgehalten werden“, hieß es darin.

Ex-Vertraute widersprechen Donald Trump 

Mehrere hochrangige Personen aus dem Umfeld Trumps hatten bei der zweiten öffentlichen Anhörung des Untersuchungsausschusses am Montag dessen Wahlbetrugsbehauptungen entschieden widersprochen. Frühere Regierungsmitglieder und Wahlkampfberater distanzierten sich klar von Trumps Vorgehen. Ex-Justizminister William Barr und andere bezeichneten Trumps Betrugsvorwürfe als „verrückt“. Barr sagte, Trump habe wohl zunehmend „den Kontakt zur Realität verloren“.

Trumps damaliger Wahlkampfchef Bill Stepien sagte, er habe dem Amtsinhaber in der Wahlnacht vom 3. November 2020 vergeblich davon abgeraten, sich voreilig zum Sieger…