28.05.2022, 13:52
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Tag für Tag flutet der Kreml die Welt mit seiner Propaganda. In dieser Kolumne stellen wir Ihnen die makabersten, skurrilsten oder perfidesten Perlen aus der Werkstatt der Propagandisten vor. Dieses Mal: die Elfen-Bataillone der Ukraine.

Nazis, Faschisten, Homosexuelle, Transvestiten, Feministinnen: Für die Kreml-Propagandisten gibt es da keinen Unterschied. Das ist kaum zu glauben, aber dennoch wahr. In dem Versuch, die ukrainische Armee zu diskreditieren, wird alles ausgegraben, was die Vorurteile und Ängste der russischen Gesellschaft bedient, die zu einem nicht zu unterschätzenden Anteil in den dunkelsten Zeiten der Menschengeschichte stecken geblieben scheint – und in die der Kreml diejenigen, die sich einen gesunden Menschenverstand bewahrt haben, nur allzu gerne schicken würde. 

Die viel zitieren „Bataillone von Homosexuellen“, die laut RT-Chefin Margarita Simonjan durch die Ukraine ziehen, und in ihrer Fantasie wohl die Moral der „russischen Befreier“ bedrohen, sind nur ein Beispiel der Propaganda-Auswüchse, die dem Publikum eine Aversion sowohl gegen die ukrainischen Streitkräfte als auch Homosexuelle injizieren sollen. 

Von Orks und Elfen 

Dem Staatssender NTW ist in der vergangenen Woche ein weiteres Propaganda-Meisterwerk gelungen (Das Wort Meisterwerk ist natürlich in Tausend Anführungszeichen zu sehen.) In der Sendung „Mesto Wstretschi“ (Treffpunkt) präsentierten die Macher das, was sie als den „Kampf zwischen zwei Welten“ bezeichnen. Ganz besonders angetan hat es den Propagandisten das Vokabular von Wladimir Klitschko.

„Der Bürgermeister von Kiew bezeichnet Russen als Orks, darauf anspielend, dass in ‚Herr der Ringe‘ die Orks letztendlich von den wunderbaren, vortrefflichen, freien und wunderschönen Elfen besiegt wurden“, beginnt der Moderator Iwan Truschkin das, was er wohl für einen…