28.05.2022, 18:43
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Nur wenige Tage nach dem Schulmassaker in Uvalde, Texas, hält die Waffenlobby NRA im selben Bundesstaat ihre Jahresversammlung ab. Stargast: Ex-Präsident Donald Trump. Seine Lösung gegen Waffengewalt: mehr Waffen. Doch in seiner Rede entlarvt er sich und die Waffen-Argumentation.

Als Donald Trump unter Standing Ovations die Bühne betritt, geht er zunächst unter dem Jubel der Menge auf und ab, hält beide Daumen auf Hüfthöhe nach oben, nimmt ein ausführliches Bad in der Menge. Die Menge besteht aus Mitgliedern der amerikanischen Waffenlobby NRA, die dieses Wochenende in Houston, Texas, ihre Jahresversammlung abhält. Trump nennt sie „das Rückgrat unseres Landes“. Davor gibt es grölende „USA, USA“-Rufe.

Das Jahrestreffen der National Rifle Association wird überschattet von einer der tödlichsten Schulmassaker in den USA in den vergangenen zehn Jahren. Nach ein paar Scherzen auf der Bühne (Trump nennt Kristi Noem eine „heiße Politikerin“) kommt der ehemalige US-Präsident darauf zu sprechen. Er liest die Namen aller Getöteten von Uvalde vor, gefolgt jeweils von einem Gongschlag. Es sind 21 Namen, die Namen von 19 Kindern und zwei Erwachsenen.

It shall not be infringed – es darf nicht verletzt werden

Vor dem ehemaligen US-Präsidenten sprachen bereits die Gouverneurin von South Dakota, Kristi Noem, der Vizegouverneur des US-Bundesstaates North Carolina, Mark Robinson und der texanische Senator Ted Cruz. Sie alle bringen ihre Bestürzung über das Uvalde-Massaker zum Ausdruck, prangern an, dass es zu wenig Schutz für US-Schulen gebe, rufen zu Gebeten auf, danken Jesus Christus und der NRA für das Gute im Leben – und betonen, dass man sich niemals das Second Amendment wegnehmen lasse – it shall not be infringed, es darf nicht verletzt werden.

Seine Redezeit von rund 45 Minuten nutzt Trump vor allem, um die Waffengesetze…