Sehen Sie im Video: Mann springt im letzten Moment vor U-Bahn weg – doch die Details verraten den Fake.

Das war knapp!

Dieser Clip soll zeigen, wie ein Mann im letzten Moment vor einer heranfahrenden U-Bahn wegspringt.

Innerhalb weniger Tage wird das Video von mehr als 100.000 Social-Media-Nutzern aufgerufen.

Doch der Clip, der die aufsehenerregende Aktion zeigen soll, ist manipuliert.

Das Video aus der US-Metropole New York City wird rückwärts abgespielt.

Eigentlich springt der Mann nach der Abfahrt des Zuges auf die Schienen.

In Vergleichsvideos mit anderen Zügen sieht man, dass die Frontscheinwerfer weiß und die Rücklichter rot leuchten.

Im rückwärts abgespielten Video leuchten die vermeintlichen Frontscheinwerfer rot – das macht die Manipulation deutlich.

Außerdem sitzt kein Fahrer in dem angeblich einfahrenden Zug. Ein Anblick, der beim letzten Wagon in Fahrtrichtung nicht ungewöhnlich ist, gibt bei der Einfahrt Grund zur Skepsis.

Obwohl der Zug ab- statt einfährt, ist die Aktion nicht ungefährlich. Eine der Schienen steht zum Antrieb der E-Züge unter Strom. Das Betreten ist laut Betreiber-Vorschriften strengstens verboten.

Der Fall macht deutlich, wie Videos durch eine einfache Manipulation eine vollkommen andere Wirkung haben können.

So wird aus einer abfahrenden U-Bahn ein heranrasender Zug.

Wie untersuchen wir in der Redaktion Videos auf Manipulation? Dabei ist ein Blick auf die Details wichtig. Die Einzelbilder eines Videos verraten oft, ob ein Video bearbeitet wurde. Wir schauen uns Bild für Bild genau an und vergrößern einzelne Ausschnitte. Indizien für einen Fake sind zum Beispiel: fehlende Bewegungsunschärfe, unnatürlicher Schattenwurf oder Schnittfehler. Beim stern gilt generell: Seriosität vor Schnelligkeit. Wir checken Fakten und Material immer gründlich gegen, bevor wir sie veröffentlichen. Dafür arbeiten wir mit dem redaktionsübergreifenden „Team Verifikation“ zusammen mit RTL, NTV, RTL2, Radio NRW.