Das Wichtigste in Kürze:

Selenskyj lehnt ukrainische Gebietszugeständnisse entschieden ab Russische Truppen stehen vor strategisch wichtiger Stadt Sewerodonezk Putin kündigt Erhöhung der Renten und Sozialleistungen an Selenskyj will Russen nur noch mit Visum einreisen lassen

 

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Vorschläge scharf zurückgewiesen, die Regierung in Kiew solle zur Beendigung des Krieges Russland territoriale Zugeständnisse machen. „Was auch immer der russische Staat tut, es wird sich immer jemand finden, der sagt: Lasst uns seine Interessen berücksichtigen“, erklärte Selenskyj in einer Videoansprache am späten Abend.

Dabei bezog er sich auf Äußerungen des ehemaligen US-Außenministers Henry Kissinger auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. Kissinger hatte dort von einem „Status quo ante“ gesprochen, mit Blick auf die Wiederherstellung der Situation von vor dem 24. Februar, in der Russland formell die Krim und informell die beiden östlichsten Regionen der Ukraine, Luhansk und Donezk, kontrollierte.

Unter Dauerbeschuss der russischen Streitkräfte – Sewerodonezk

Dass die Ukraine Russland die 2014 annektierte Krim überlassen solle, ist für Selenskyj indiskutabel. „Diejenigen, die der Ukraine raten, Russland etwas zu geben, diese ‚großen weltpolitischen Figuren‘, sehen nie die gewöhnlichen Menschen, die gewöhnlichen Ukrainer, die Millionen, die auf dem Gebiet leben, das sie für einen illusorischen Frieden eintauschen wollen.“

Er verglich diejenigen, die dafür plädieren, Russland ein Stück der Ukraine zu überlassen, mit denjenigen, die 1938 in der Hoffnung den Zweiten Weltkrieg zu verhindern, Gebiete an Nazideutschland unter Adolf Hitler abtraten. „Man hat den Eindruck, dass Herr Kissinger nicht das Jahr 2022 auf seinem Kalender stehen hat, sondern das Jahr 1938, und dass er glaubt, er spreche nicht in Davos, sondern in München zu einem Publikum von damals.“ 1938 schlossen Großbritannien, Frankreich, Italien und Deutschland…