Katholikentag
Die Katholiken fragen sich, wer sie noch braucht

Gebhard Fürst (l-r), Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Erzbischof Nikola Eterovic, Irme Stetter-Karp und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nehmen an der Eröffnung des Katholikentags teil. Foto: Marijan Murat/dpa

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In Stuttgart kommen bis Sonntag etwa 25.000 Katholiken zusammen. Das sind eine Menge, aber doch weniger als früher, dass die Frage aufkommt: Hat der Katholizismus in Deutschland noch eine Zukunft?

Inmitten einer Kirchenkrise wird am Donnerstag in Stuttgart der 102. Deutsche Katholikentag fortgesetzt. Unter anderem diskutieren der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, und SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert über das Thema «Wer braucht noch die Kirche?».

Der Katholikentag mit 1500 Veranstaltungen findet erstmals seit vier Jahren wieder in Präsenz statt. Allerdings werden bis Sonntag viel weniger Teilnehmer erwartet als sonst, etwa 25 000. Darunter sind allein 7000 Mitwirkende. Zum Katholikentag 2018 in Münster waren noch 90.000 Menschen gekommen. Ein Grund für den Rückgang dürfte die Corona-Pandemie sein. Die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Irme Stetter-Karp, sagte jedoch, die niedrigeren Anmeldezahlen hätten auch damit zu tun, dass die katholische Kirche durch eine «krisenhafte Situation» gehe.

Der frühere Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) verwies am Mittwochabend darauf, dass neuerdings erstmals eine Mehrheit der deutschen Bevölkerung nicht mehr Mitglied in einer der beiden großen Kirchen sei. Viele Menschen träten aus der Kirche aus, weil sie der Meinung seien, dass sie ihren Glauben auch ohne sie leben könnten. An den Bischofskonferenz-Vorsitzenden Bätzing gewandt, sagte Lammert: «Sie werden meinem Eindruck nicht völlig widersprechen wollen, dass neben denen, die seit langem keine…