Alle Auftritte waren einstudiert, alle Kostüme fertig gestellt: Dann wurde die für den 08. März 2020 geplante Show wegen des Ausbruchs der Corona-Pandemie drei Tage vor dem großen Event abgesagt. „Man kann sich vorstellen, dass die Enttäuschung bei den Jugendlichen außerordentlich groß gewesen ist“, sagt Daniel Botmann, Geschäftsführer des veranstaltenden Zentralrats der Juden, und Veranstalter des Jewrovision Song Contests. 

Unter dem Motto „The Show Must Go On“ kehrt die Veranstaltung nun nach einer zweijährigen Pause zurück. Austragungsort ist Berlin, denn die Gruppe Olam hat als Gewinner des Jahres 2019 den Contest in ihre Heimatstadt geholt. Auch in diesem Jahr werden Olam wieder mit von der Partie sein. „Nie haben wir so viel Vorfreude erlebt, wie in diesem Jahr. Die Kinder und Jugendlichen sind hungrig nach Gemeinschaft, nach Zusammenkommen, nach Miteinandersein. Und das wird großartig werden“, meint Botmann im DW-Gespräch. Auch er selbst freut sich schon sehr darauf, endlich wieder eine Jewrovision erleben zu können.

Jewrovision: Angelehnt an den ESC

Die letzte „Jewrovision“ wurde 2019 in Frankfurt am Main ausgetragen

Das Prinzip der Veranstaltung, die 2022 in die 19. Runde geht, erinnert an den Eurovision Song Contest (ESC), der gerade erst im italienischen Turin ausgetragen wurden. Bei der „Jewro“ batteln sich Kinder und Jugendliche aus jüdischen Gemeinden, allerdings nicht aus ganz Europa, sondern nur aus Deutschland. Sie singen und tanzen, performen Cover-Songs und eigene Texte. Wie beim ESC stellt sich jede Gruppe mit einem eigens produzierten Video vor. Darum darf die Jury auch zwei Preise vergeben, einen für die beste Performance und einen für den besten Videoclip. 

An der „Jewro“ 2022 nehmen insgesamt zwölf Jugendzentren und Verbände teil – vier Gruppen weniger, als 2020 auftreten wollten. Einige Städte hätten sich zusammengeschlossen, so Botmann, weil die definitive Entscheidung, dass der Wettbewerb 2022 stattfinden…