100 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht vor Gewalt. Das teilte das Flüchtlingswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) am Montag mit. Bereits Ende vergangenen Jahres sei die Zahl der vertriebenen Menschen auf 90 Millionen gestiegen, heißt es in der Mitteilung.

„Es ist ein Rekord, der niemals hätte erreicht werden dürfen“, sagte der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, Filippo Grandi. Das müsse „ein Weckruf sein, um zerstörerische Konflikte zu lösen und zu verhindern, Verfolgung zu beenden und die Ursachen zu bekämpfen“.

Zahlen des UNHCR von 2021 belegen, dass unter den Millionen Vertriebenen rund jeder Vierte unter 18 Jahre alt ist. Allein zwischen 2018 und 2020 seien bis zu 350.000 Kinder als Flüchtlinge geboren worden.

Humanitäre Hilfe: Linderung statt Heilung

Grund für den traurigen Rekord sei neben den teils seit Jahren andauernden Konflikten in Äthiopien, Burkina Faso, Myanmar, Nigeria, Afghanistan und der Demokratischen Republik Kongo auch der russische Angriffskrieg in der Ukraine. Seit Kriegsbeginn hebn laut UNHCR sechs Millionen Ukrainer das Land verlassen – acht Millionen seien innerhalb der Landesgrenzen auf der Flucht.

Zwar seien die internationalen Reaktionen auf ukrainische Flüchtlinge „überwältigend positiv“ gewesen, so Grandi weiter. Am Ende würde die humanitäre Hilfe das Problem jedoch nicht heilen, nur lindern.

In der Fotostrecke ein Blick auf die (nur einige der) Konflikte, die unzählige Menschen ihrer Heimat berauben. 

Quelle: Mitteilung UNHCR