„Sextortion“ ist im internationalen Sport immer noch ein großes und beunruhigendes Thema. Dies zeigt der jüngste Bericht von Transparency International (TI). Bei einer Umfrage unter Athletinnen und Athleten in Deutschland, einem von vier Ländern neben Rumänien, Mexiko und Simbabwe, in denen diese Studie durchgeführt wurde, gaben etwas mehr als 30 Prozent der Befragten an, mindestens einmal sexualisierte Gewalt im organisierten Sport erlebt zu haben.

Obwohl die jüngsten Fälle in Sportarten wie Gymnastik und Fußball das Ausmaß des sexuellen Missbrauchs deutlich skizzieren, wird in der Sportwelt nach wie vor kaum über das Problem berichtet. „Sextortion“ wird dabei als eine Form der sexuellen Ausbeutung und Korruption beschrieben, die auftritt, wenn Menschen in Machtpositionen versuchen, sexuelle Gefälligkeiten im Austausch für etwas zu erpressen, das in ihrer Macht steht, wie etwa Unterzeichnung eines Vertrags mit einem Verein oder die Teilnahme an wichtigen Turnieren. 

Dynamik der Macht

„Mir ist aufgefallen, dass der Sportsektor alle Voraussetzungen mitbringt, um das Problem der Sextortion aufrechtzuerhalten“, sagt Marie Chene, Leiterin der Forschungsabteilung von Transparency International, gegenüber DW. „Das Machtgefälle ist enorm, denn viele Kinder befinden sich in einer prekären Situation. Die Beziehungen zwischen Trainer*innen und Athlet*innen sind oft aufgrund der Natur des Sports sehr eng, emotional und körperlich. Die Beziehung kann in manchen Fällen über die Karriere entscheiden und das schafft ein gefährliches Umfeld“.

Chene: „Sport könnte gutes Vehikel sein“

Simone Biles war eine von mehreren Turnerinnen aus den USA, die über sexuellen Missbrauch berichteten. Aufgrund der relativ neuen Definition von „Sextortion“ stützte sich der Bericht von Transparency International auf Statistiken über sexuellen Missbrauch im Sport, der weltweit in allen Sportarten weit verbreitet ist. Ein wichtiger Grund für die Entscheidung von TI, die aktuelle…