Das Robert-Koch-Institut (RKI) empfiehlt bei einer Infektion mit Affenpocken eine Isolation von mindestens drei Wochen. Darüber hinaus gebe es auch eine dringende Empfehlung für Kontaktpersonen, sich für mindestens 21 Tage in Isolation zu begeben, sagte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit RKI-Präsident Lothar Wieler.

Mit dieser Maßnahme wolle man das Ausbruchsgeschehen in Deutschland in den Griff bekommen. „Wir haben gute Chancen, diesen Erreger zu stoppen, nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa“, sagte Lauterbach. Es handele sich nicht um den Beginn einer neuen Pandemie.

Laut Wieler sind Stand Dienstagvormittag in Deutschland fünf Fälle an das RKI übermittelt worden. Dabei handele es sich ausschließlich um Männer. Die Gefährdung für die allgemeine Gesundheit in Deutschland werde als gering eingeschätzt, es seien aber weitere Fälle zu erwarten.

Weitergabe durch Körperkontakt

Auch Fachärzte sehen nach dem Auftreten erster Fälle von Affenpocken in Deutschland keine neue Pandemie heraufziehen. „Die Gefahrensituation ist gering, weil das Virus nur durch engen Körperkontakt, also über Körperflüssigkeiten oder Krusten, weitergegeben wird und nicht durch Tröpfcheninfektion wie Niesen, Husten oder Sprechen“, sagte Tobias Tenenbaum, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). Die coronabedingte Wachsamkeit werde dazu führen, Kontaktpersonen von Infizierten rasch zu identifizieren. Es komme „wahrscheinlich keine neue Epidemie auf uns zu“.

Affenpocken-Ausschlag auf der Hand einer Erkrankten (Archivbild)

Ähnlich äußerte sich der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), Thomas Fischbach. Er erwartet keine große Ausbreitung unter Kindern und Jugendlichen: „Es ist extrem unwahrscheinlich, dass sich in der momentanen Lage in Europa Kinder mit Affenpocken anstecken.“ Es seien auch keine Fälle bekannt, „in…