Seit seinem überstürzten Abschied vor zwei Jahren lebt Spaniens früheres Staatsoberhaupt im arabischen Exil, nun ist Altkönig Juan Carlos von seinem Sohn und Nachfolger Felipe VI. empfangen worden. Doch das Treffen im Zarzuela-Palast nordwestlich der Hauptstadt Madrid fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Die vielen Journalisten und Kameramänner aus dem In- und Ausland bekamen nur zu sehen, wie der Wagen mit dem 84-Jährigen in die königliche Residenz fuhr und das Gebäude am Abend nach rund elf Stunden wieder verließ. Er ist mit einem Privatjet zurück in die Vereinigten Arabischen Emirate geflogen.

„So ein Zirkus“

Draußen vor dem Palast wurde Juan Carlos zwar von einigen Dutzenden Fans mit Spanien-Fahnen, Hochrufen, Beifall und Begrüßungsplakaten gefeiert. Doch in Politik und Medien ist das Echo auf seinen Besuch verheerend.

Einige spanische Royalisten feiern die Ankunft des Altkönigs am Zarzuela-Palast am Stadtrand von Madrid

Regierungssprecherin Isabel Rodríguez sagte im Radiosender RNE, Juan Carlos habe „eine Chance verpasst“, die Bürger „um Verzeihung zu bitten“ und die „weder ethischen noch vorbildhaften Handlungen der vergangenen Jahre zu erklären“.

Und selbst in der monarchiefreundlichen Zeitung „El Mundo“ hieß es: „Das letzte, was das Königshaus wollte, war so ein Zirkus.“

In Ungnade gefallen

Der einst für seine Rolle beim Übergang Spaniens zur Demokratie verehrte Regent hatte 2014 nach zahlreichen Skandalen abgedankt. Immer belastendere Enthüllungen über seinen Lebensstil, fragwürdige Geldgeschenke und Vorwürfe der Geldwäsche zwangen ihn schließlich ins Exil nach Abu Dhabi.

Anfang März dieses Jahres beendete die spanische Justiz ihre Ermittlungen gegen ihn nur aus Mangel an Beweisen, wegen Verjährung sowie aufgrund der Immunität, die Juan Carlos als Staatsoberhaupt genoss. In der ausführlichen Begründung machten die Staatsanwälte jedoch alle Verfehlungen einer breiteren Öffentlichkeit bekannt.

„Was soll ich erklären?“

Juan…