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Vier Jahre DSGVO: Monster oder Datenschutzvorbild?

Die Datenschutzgrundverordnung, kurz DSGVO, wird vier Jahre alt. Ist sie ein ürokratisches Monster oder gar ein Datenschutzvorbild? Foto: Lino Mirgeler/dpa

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An der Datenschutz-Grundverordnung scheiden sich die Geister. Viele Firmen sehen in dem Regelwerk ein teures, sperriges EU-Bürokratiemonster. Datenschützer dagegen feiern spürbare Verbesserungen.

Vor vier Jahren wollte die Europäische Union durch die neue Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ein unübersehbares Zeichen setzen.

Mit der Marktmacht von knapp 450 Millionen Verbrauchern in Europa sollten umfassende Rechte der Bürger auf Auskunft, Löschung und Berichtigung der Daten nun wirksam durchgesetzt werden – und das auch bei großen Internetkonzernen aus den USA.

Bei vielen Menschen in Deutschland sind allerdings die Vorzüge der DSGVO im Alltag bislang nicht vollständig angekommen. Bei einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Onlinedienste GMX und Web.de, die am Dienstag in Berlin veröffentlicht wurde, sahen nur neun Prozent der Befragten einen deutlich besseren Schutz durch die DSGVO, 38 Prozent konnten dagegen keine Verbesserung feststellen. Knapp ein Drittel (31 Prozent) verspürte immerhin einen teilweise besseren Schutz als zuvor.

Kernthemen prägen kaum die Diskussion

Zum Bedauern der EU-Kommission und der Datenschützer sind es nicht Kernthemen wie das «Recht auf Vergessen» oder die verbesserten Regeln zum Umzug der persönlichen Daten von einem Diensteanbieter zu anderen, die die Diskussion um die DSGVO prägen. Aufreger-Thema Nummer eins ist die Allgegenwart von Cookie-Abfragen, die seit dem Inkrafttreten der DSGVO permanent im Netz aufpoppen. 53 Prozent der Menschen in Deutschland fühlen sich der Umfrage zufolge von den Einwilligungs-Bannern…