Gesundheit
Corona-Kurs und Fachkräftemangel im Fokus beim Ärztetag

Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer, spricht bei der Eröffnungsveranstaltung des 124. Deutschen Ärztetages, der zum größten Teil digital stattfindet. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

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Im Kampf gegen die Pandemie sind es gerade vergleichsweise entspannte Frühlingswochen – doch die Strategie für den Herbst steht an. Zum Treffen der Ärzteschaft rückt auch ein anderer Erreger in den Blick.

Auswirkungen der Corona-Krise auf Kinder und ein drohender weiterer Fachkräftemangel im Gesundheitswesen sind zentrale Themen des Deutschen Ärztetags, der an diesem Dienstag in Bremen beginnt.

Ärztepräsident Klaus Reinhardt sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Corona-Pandemie verdeutliche, wie dünn die Personaldecke schon heute sei – in den Pflegeberufen genauso wie bei Ärztinnen und Ärzten in Praxen, Krankenhäusern und Gesundheitsämtern. Zudem stehe eine «enorme Ruhestandswelle» insbesondere bei niedergelassenen Ärzten bevor.

«Wir brauchen mindestens 15 Prozent mehr Studienplätze in der Humanmedizin, um die Versorgung stabil zu halten», forderte Reinhardt.

Augenmerk auf junge Menschen

Zur Eröffnung (10.00 Uhr) des Ärztetags wird Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) erwartet. Mit Blick auf die Corona-Strategie für den Herbst hatte die Bundesärztekammer bereits vorab ein besonderes Augenmerk auf die Belange junger Menschen angemahnt. Bund und Länder müssten einen sicheren Betrieb von Schule und Kitas gewährleisten.

Weiteres Thema der viertägigen Beratungen mit 250 Delegierten soll der ärztliche Versorgungsbedarf in einer «Gesellschaft des langen Lebens» sein – also mit Blick darauf, dass es mehr Ältere mit tendenziell mehr Erkrankungen geben dürfte.

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