Digitalisierung
Studie sieht Milliardenpotenzial in Kliniken und Arztpraxen

Eine Studie sieht etwa durch die Nutzung von E-Rezepten viel Effizienzpotenzial im Gesundheitswesen. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa

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Der Befund vom Radiologen? Der sollte doch als Fax beim Hausarzt angekommen sein – aber wo ist er bloß? Solche Fragen sind Alltag im deutschen Gesundheitswesen. Eine Studie zeigt digitale Defizite auf.

Deutschlands Gesundheitswesen hat einer Studie zufolge enormen Nachholbedarf in Sachen Digitalisierung.

Eine am Dienstag veröffentlichte Untersuchung des Beratungsunternehmens McKinsey bezifferte das Einsparpotenzial durch digitale Anwendungen auf 42 Milliarden Euro pro Jahr und damit auf etwa zwölf Prozent der Gesundheits- und Versorgungskosten in Deutschland.

Es geht nicht nur um direkte Einsparungen, sondern auch um vermiedene Kosten und eine bessere Leistung. Werden zum Beispiel digitale Überwachungssysteme benutzt, kann eine Erkrankung früh erkannt werden – dadurch kommt es gar nicht erst zu einem teuren Krankenhaus-Aufenthalt.

«Richtig eingesetzt, kann die Digitalisierung im Gesundheitsbereich massiven Nutzen stiften», sagte McKinsey-Studienautor Stefan Biesdorf. Im Vergleich zu einer ähnlichen Untersuchung von 2018 ging es nur langsam voran. Immerhin gibt es positive Beispiele: So werden inzwischen deutlich mehr Termine online gebucht als früher, und das Praxispersonal hat mehr Zeit für andere Tätigkeiten. Eine weitere positive Entwicklung: Die Nachfrage nach Videosprechstunden mit dem Arzt stieg in Pandemiezeiten.

Biesdorf und Co-Autorin Kristin Tuot beschreiben ein weites Feld, auf dem Fortschritte möglich sind. Unter dem Begriff der «Patientenselbstbehandlung» sollten etwa psychisch Kranke stärker Zugang zu Online-Kursen bekommen, und Diabetes-Kranke sollten digitale…