Donbass-Offensive
Kleine dreckige Schlachten – wie Putin derzeit den Krieg im Donbass gewinnt

Gesprengte Brücke in der Gegend von Lysychansk,

© Aris Messinis / AFP

23.05.2022, 16:45
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Die Meldungen aus der Ukraine sind widersprüchlich. Kiew reklamiert Erfolge, aber im äußersten Osten des Landes ist die Lage kritisch. Putins General Dwornikow steht kurz davor, über 10.000 ukrainische Soldaten einzukesseln.

Kein Tag vergeht ohne Erfolgsmeldungen aus der Ukraine. Die russischen Verluste sind enorm, ein Drittel von Putins Streitmacht ist vernichtet, heißt es. Die Schlacht um Kiew hat Putin verloren, zu seiner Schmach werden in der City ausgebrannte Russen-Panzer ausgestellt. Um Charkow wurden die Russen bis auf die Grenze zurückgeworfen. Um Charkow und Cherson hat Kiew große Offensiven gestartet oder zumindest angekündigt, die die Okkupanten zurückwerfen sollte. Und in Mariupol wurde die Mission beendet und die letzten Kämpfer „evakuiert“.

Unbedeutende Eroberungen läppern sich zusammen 

Besser kann es gar nicht laufen, sollte man glauben. Und tatsächlich sind die Meldungen nicht ganz falsch, aber sie sagen eben auch nicht die ganze Wahrheit. Tatsächlich läuft es derzeit nicht gut für Kiew. Richtig ist, Russland konnte seine Stellungen von Kiew und Charkow wegen hoher Verluste nicht halten und musste die Truppen weit zurücknehmen. Die Gefahr für die wichtigsten Städte der Ukraine ist zumindest vorübergehend gebannt. Doch im Donbass schreitet die russische Offensive Tag für Tag voran. Wenig glanzvoll und ohne spektakuläre Siege, aber offenbar auch unaufhaltsam. Putins General Alexander Dwornikow lässt sich auch von starken Verlusten nicht von seinem Ziel abbringen. Konkret droht die Gefahr, dass die ganze Oblast Luhansk von Russland eingenommen wird. Die Gefechte im Zusammenhang mit diesem Vormarsch werden im Westen kaum…