Alles war angerichtet für den großen Tag, die HSV-Fans siegessicher nach dem 1:0 im Hinspiel gegen Bundesligist Hertha BSC, dazu ein Heimspiel und der Gedanke im Kopf: „Jetzt muss es doch mal endlich klappen“. Etliche ehemalige HSV-Spieler wie Rafael van der Vaart oder René Adler drückten die Daumen und schickten Videobotschaften. Doch es wurde auch 2022 nichts mit der Rückkehr des einstigen „Bundesliga-Dinos“ in das Oberhaus des deutschen Fußballs. 

Denn Hertha BSC bereitete den großen Aufstiegs-Träumen mit dem 2:0 (1:0)-Auswärtssieg im Rückspiel der Relegation ein bitteres Ende und sicherte sich damit den Klassenerhalt. Hamburg bleibt dagegen seit dem Abstieg 2018 weiter in der 2. Liga. 

Die Hamburger Fans müssen weiter auf die Rückkehr in die Bundesliga warten

„Das tut weh. Wir haben uns das anders vorgestellt“, sagte HSV-Kapitän Sebastian Schonlau beim Fernsehsender Sky. „Die Jungs haben das nicht verdient, der Verein hat das nicht verdient und die Stadt hat das nicht verdient. Ich bin stolz auf meine Truppe. Aber ich bin genauso wie alle furchtbar enttäuscht“, sagte HSV-Trainer Tim Walter bei Sky.

Schnelle Führung schockiert den HSV

„Das ist wie ein Meistertitel“, erklärte dagegen Herthas Führungsspieler Kevin-Prince Boateng bei Sky. „Totgesagte leben länger, ist ja bei mir auch so.“ Im Hinspiel hatte der Routinier nach einem Disput mit Trainer Felix Magath nicht gespielt.

Magath nahm im Rückspiel einige Änderungen in der Aufstellung vor. Schon nach vier Minuten wurde er dafür belohnt, denn da hatten die Berliner das 0:1 aus dem Hinspiel egalisiert: Durch aggressives Gegenpressing hatten sie sich einen Eckball erkämpft, den Dedryck Boyata per Kopf zum 1:0 ins Tor bugsierte. Es war sein erster Saisontreffer.

Die Hamburger reagierten sichtlich geschockt, überließen den Gästen die meisten Torchancen, spielten verhalten. Erst nach und nach kamen sie besser ins Spiel. Doch die Tore machte die Hertha: Marvin Plattenhardt erhöhte in der 63….