Fluch oder Segen? – Bei der Frage um die Relegationsspiele geht die Meinung der Fußballfans in Deutschland auseinander. Die einen lieben die Dramatik der Endspiele um einen Auf- und Abstieg, andere sehen darin gerade eine Wettbewerbsverzerrung. Denn zwischen 1991 und 2008 stieg der Dritte der zweiten Liga automatisch in die Bundesliga auf, der dritte der Bundesliga automatisch ab. Seit Einführung der Relegation 2009 hat aber der Zweitligist meistens das Nachsehen, Mit dem 1. FC Nürnberg (2009), Fortund Düsseldorf (2012) und Union Berlin (2019) haben sich nur drei Zweitligisten durchgesetzt. Der Hamburger SV könnte nach dem Hinspielerfolg in Berlin der vierte Zweitligist sein. Dafür reicht im heimischen Volksparkstadion bereits ein Unentschieden gegen die Hertha.

Apropos HSV: Die Hamburger sind so etwas wie die Spezialisten der Relegation. Fünf Partie bestritten die Hamburger seit Wiedereinführung der Relegation 2009, kein einziges verloren sie. Das reichte zweimal zu einem mühsamen Klassenerhalt in der Bundesliga, ehe 2018 doch der Abstieg des Bundesliga-Dinos fix war. Dem avisierten unmittelbaren Wiederaufstieg stand dabei immer die eigene Unfähigkeit im Wege, gleich drei Jahre in Folge landete der HSV auf dem vierten Rang der Zweiten Liga. Erst 2022 schaffte man es hinter Schalke 04 und Werder Bremen auf den Relegationsplatz. Häufiger als der HSV musste übrigens auch noch kein anderes Team der Ersten und Zweiten Liga in die Relegation. Bereits zum dritten Mal stehen die Norddeutschen in der Relegation, so häufig war sonst nur der 1.FC Nürnberg in den Endspielen vertreten. Das gute Omen für die Hamburger Fans 2022: Mit Hertha BSC Berlin wartet ein Gegner, der noch nie ein Relegationsspiel gewonnen hat. Die Alte Dame war dafür am Skandalspiel gegen Fortuna Düsseldorf 2012 beteiligt, dass nach massiven Ausschreitungen kurz vor dem Abbruch stand.