Großer Applaus für die Bamberger Symphoniker, die beim Würzburger Mozartfest mit ihren satten Klängen den Kaisersaal des Residenzschlosses ausfüllten. Die Musikerinnen und Musiker unter der Leitung von Andrew Manze spielten vor vollem Haus. „Endlich wieder frei von Corona“, mit diesen Worten eröffnete Würzburgs Oberbürgermeister Christian Schuchardt das Eröffnungskonzert. „Alles in einem – Freigeist Mozart“ lautet das Motto des Festivals. Ein Motto, das unverhofft aktueller ist als ursprünglich gedacht und weit über musikalische Aspekte hinausgeht.

Volles Haus für das Eröffnungskonzert: Der Treppenaufgang im Weltkulturerbe der Würzburger Residenz

„Das Thema Freigeist hat durch den Ukraine-Krieg und die furchtbaren Weltgeschehnisse eine unglaubliche Aktualität erfahren“, sagt Festspielintendantin Evelyn Meining im Gespräch mit der DW. „Wir haben jetzt ein großes Kommunikationsthema und werden nicht nur darüber sprechen, was Freigeistigkeit bei Mozart bedeutet, sondern auch darüber, was Freiheit im künstlerischen Schaffen ausmacht.“ Da komme man schnell zu den Bedingungen unter denen Künstler sich frei entfalten können oder auch nicht, etwa in Diktaturen und unter Zensur. „Das Thema öffnet sich zu gesellschaftlichen Fragen bis hin zur Frage der Menschenrechte“, so Meining.

Mozarts Offenheit bestimmt das Programm

Die Auseinandersetzung mit dem Freiheitsbegriff beginnt für Intendantin Evelyn Meining musikalisch bei Wolfgang Amadeus Mozart. Der klassische Komponist lotete immer wieder musikalische Grenzen aus und schrieb komplexe vielschichtige Werke, die seiner Zeit voraus waren, wie das Konzert für Orchester in A-Dur Nr. 23, das zur Festivaleröffnung erklang.

Intendantin Evelyn Meining lädt ein, klassische Musik von Konventionen zu befreien

„Mozart war ein Freigeist, ein progressiver Künstler, der sich nicht an die Konventionen gehalten hat“, sagt Evelyn Meining. Man dürfe nicht vergessen, dass Mozart zu seiner Zeit ein Zeitgenosse gewesen sei,…