von Thomas Röbke

21.05.2022, 10:32
4 Min. Lesezeit

Sie befehligte tausende Piraten vor der Küste Chinas und ließ kaum ein Handelsschiff ungeschoren davon kommen: Cheng I Sao begann als Prostituierte – und wurde zur größten Freibeuterin ihrer Zeit. Bis die Regierung Chinas ganz neue Saiten aufzog.

Bis zu ihrer Hochzeit im Jahr 1801 ist nichts über das Leben der Cheng I Sao überliefert außer ihrem wahrscheinlichen Geburtsjahr (1775) und ihrem Beruf (Prostituierte). Doch aus der Verbindung mit dem einflussreichen Piratenführer Cheng I, dessen Familie seit dem 17. Jahrhundert in diesem Gewerbe aktiv ist, gehen nicht nur zwei Söhne hervor, sondern eine der größten und reichsten Seeräubermächte, die die Welt je gesehen hat. Der geniale Coup des Piratenpaares: Es gelingt ihm, die zahlreichen, sich gegenseitig bekämpfenden Banden unter ihrer straffen Führung zu einem schlagkräftigen Bund zu vereinen, dem Schrecken des Südchinesischen Meeres und an Südchinas Küste – schließlich sogar bis weit ins Landesinnere.

Darstellung einer Seeschlacht zwischen Piratendschunken und der imperialen chinesischen Marine im 19. Jahrhundert

© Ken Welsh/ / Picture Alliance

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