Sehen Sie im Video: Nach wochenlanger Blockade: 264 ukrainische Soldaten aus Stahlwerk in Mariupol evakuiert

Nach wochenlangem Ausharren in dem belagerten Asowstal-Stahlwerk in Mariupol sind nach ukrainischen Angaben 264 Soldaten evakuiert worden. Fünf Busse mit Soldaten aus Asowstal trafen am späten Montag in Novoazowsk ein, berichteten Augenzeugen. Die Bemühungen zur Rettung der noch im Inneren des Stahlwerks befindlichen Truppen seien im Gange, erklärte der ukrainische Generalstab. Die Zahl der verbliebenen Soldaten wurde nicht genannt. Diese hätten ihren Kampf-Auftrag erfolgreich abgeschlossen und nun den Befehl erhalten, Leben zu retten. „Wir hoffen, dass wir das Leben unserer Leute retten können“, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einer Ansprache am späten Montagabend. „Es gibt Schwerverletzte unter ihnen. Sie werden versorgt. Die Ukraine braucht ukrainische Helden am Leben.“ 53 verwundete Soldaten seien in ein Krankenhaus in der russisch kontrollierten Stadt Novoazowsk, etwa 32 Kilometer östlich, gebracht worden, sagte Vize-Verteidigungsministerin Anna Maljar in einem im Internet veröffentlichten Video am Montag. Weitere 211 Personen wurden in die Stadt Oleniwka gebracht, die in der von russischen Separatisten kontrollierten Region Donezk liegt. Für alle Evakuierten sei ein möglicher Gefangenenaustausch mit Russland vorgesehen. Die Regierung in Moskau hatte Evakuierungen von Soldaten wochenlang abgelehnt, da die Ukraine darauf bestanden hatte, die Verletzten auf ukrainisches Gebiet oder ein Drittland zu überstellen. Die ukrainischen Truppen in Asowstal haben nach eigenen Angaben 82 Tage lang in Bunkern und Tunneln teils verletzt und unter widrigsten Bedingungen ausgeharrt, um dem Rest des Landes im Kampf gegen die russischen Streitkräfte Zeit zu verschaffen.