„Love to Love You Baby“: Mit diesem von Elektrobeats getriebenen Lied stöhnte sich Donna Summer Mitte der 70er-Jahre auf die Disco-Tanzflächen der Welt. Ganze 16 Minuten und 50 Sekunden lang dauerte die lustvolle Gesangsorgie. Der Song wurde zum Skandal; viele Sender weigerten sich, ihn zu spielen. Er wurde aber auch zum Welthit. Selbst das renommierte Goethe-Institut attestierte dem Titel später wegweisende Qualitäten und bezeichnete ihn wegen der synthetischen Endlosrhythmen als „Paten der Techno- und House Musik“. 

Donna Summer kam am 31. Dezember 1948 in Boston als LaDonna Gaines zur Welt. Ihr Vater war Metzger, ihre Mutter Fabrikarbeiterin. Als sie als kleines Mädchen ihr Debüt im Gospelchor gab und die Gemeindemitglieder vor Rührung schluchzten, habe Gott ihr zugeflüstert: „Donna, eines Tages wirst Du berühmt sein“, erzählte sie später gern.

Weltkarriere made in Germany

Mit 17 Jahren schmiss Donna die Schule, wurde Frontfrau der Psychedelic-Rock-Band Crow und ging mit ihr nach New York. Dort hörte sie davon, dass man Sänger für die deutsche Fassung des Hippie-Musicals „Hair“ suchte, bewarb sich – und stand am 24. Oktober 1968 als 19-Jährige bei der Erstaufführung in München auf der Bühne. „Wassermann“ („Aquarius“) war ihre allererste Single, noch unter dem Namen Donna Gaines veröffentlicht.

Donna startete ihre Karriere in München

Sie spielte in weiteren Musicals wie „Showboat“ oder „Porgy und Bess“ mit und tourte quer durch Europa. Unterwegs lernte sie ihren ersten Ehemann kennen, den österreichischen Zahnarzt Helmuth Sommer, dem sie ihren Künstlernamen verdankt.

1973 kam es dann zu einer schicksalhaften Begegnung mit den Produzenten und Songschreibern Giorgio Moroder und Pete Bellotte. Sie wurden zu einem idealen Team, produzierten in den Münchner Studios nicht nur „Love to love you baby“, sondern schrieben mit „I Feel Love“ endgültig Musikgeschichte. 2003, fast 30 Jahre später, lobte der Electro-Musiker Moby Donna Summer als…