Die Verbindung nach Mailand, Italien, steht. In einem Hoody mit der Aufschrift „Future“ winkt Valeria Shashenok in die Zoom-Kamera. Vor wenigen Wochen ist sie hierhergekommen – eine italienische Familie hat sie aufgenommen. Bis vor ihrer Flucht aus der Ukraine versteckte sie sich mit ihren Eltern in einem Keller in Tschernihiw, einer Stadt im Norden der Ukraine, nahe der Grenze zu Belarus und Russland.

Angst und Langeweile

„Meine Mutter kam (am 24. Februar, Anmerkung d. Redaktion) in mein Zimmer und sagte nur: ‚Valeria! In Kiew hat eine Bombe eingeschlagen und ein Gebäude zerstört!'“, erzählt Valeria Shashenok. Sie und ihre Eltern reagierten schnell: Sie packten das Wichtigste ein und gingen in den alten Bürokeller ihres Vaters. Damals betrieb er in dem Gebäude ein Restaurant, erst kurz zuvor habe er den Keller renoviert – es gab eine Dusche, Toiletten und sogar ein Fitnessgerät. 17 Tage verbrachte Valeria dort: „Es war sehr langweilig“, erinnert sich die 20-Jährige. Doch glücklicherweise hatte sie WLAN und ihr Handy dabei.

Valeria Shashenok hat Zuflucht in Italien gefunden, ihre Eltern sind in Tschernihiw geblieben

TikTok und die Welt da draußen

Valeria Shashenok ist ein digital native, Generation Z, mit Instagram und TikTok aufgewachsen. Social Media war für sie das Fenster zur Welt, doch nun war es umgekehrt: Nun wollte die Welt wissen, was in ihrem Land passiert. Zu jener Zeit lief auf TikTok ein Trend, „Things that just make sense in …“, bei dem Menschen ungewöhnliche Dinge in ihren Wohnungen oder Städten zeigten, die nur bei ihnen Sinn ergaben.

Valeria nahm den Trend auf und zeigte den Alltag im Keller. Mit bissigem Humor zeigte sie Dinge, die in einem Schutzraum Sinn ergeben. Wie etwa sich mit einem Heißluftgebläse die Haare föhnen, wie das Frühstück unter Tage aussieht oder wie man traditionelle Gerichte wie Syrniki ohne Küche zubereiten kann. Das fand ein großes Echo: Die 20-Jährige hat inzwischen 1,1 Millionen Follower; ihr erfolgreichstes…