Parlament
Wahlerfolge für Libanons Protestbewegung

Die Libanesen haben inmitten der schwersten Wirtschafts- und Finanzkrise in der Geschichte ihres Landes ein neues Parlament gewählt. Foto: Marwan Naamani/dpa

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Der Libanon leidet unter der schwersten Wirtschafts- und Finanzkrise seiner Geschichte. Viele Libanesen machen die «Regierungsmafia» verantwortlich. Die Parlamentswahl gibt ihnen vorsichtige Hoffnung.

Bei der Wahl im krisengeschüttelten Libanon hat die Protestbewegung Medienberichten zufolge einen für viele unerwarteten Erfolg gefeiert.

Inoffiziellen Ergebnissen zufolge konnten auch andere Gegner der einflussreichen schiitischen Hisbollah zulegen. Der Block um die eng mit dem Iran verbündete «Partei Gottes» büßte am Sonntag hingegen einige Mandate ein und könnte die Parlamentsmehrheit verlieren.

Den Berichten zufolge kamen die Regierungsgegner auf bis zu zehn Mandate im Abgeordnetenhaus, das insgesamt 128 Sitze zählt. Die Protestbewegung geht auf die Massendemonstrationen zurück, die im Herbst 2019 gegen die politische Führung des Mittelmeerlandes ausgebrochen waren. Ihre Vertreter und andere Oppositionelle wollen das Machtmonopol der Parteien brechen, die im Libanon seit Jahrzehnten herrschen.

Zulegen konnte demnach auch die Partei des ehemaligen christlichen Milizenkommandeurs Samir Geagea, einem der schärfsten Hisbollah-Kritiker. Sie stellt nun mit rund 20 Sitzen die stärkste christliche Kraft in dem multikonfessionellen Land.

Positive Überraschung

«Die ersten Ergebnisse haben positive Überraschungen für die Opposition gebracht», sagte Maha Yahya, Leiterin des Carnegie Middle East Center in Beirut. Einige traditionelle Anführer hätten ihre Sitze verloren. «Das ist womöglich der Beginn einer Veränderung.»

In vielen Wahlbezirken lief die…