Drogenhandel im Netz
Tonnenweise Kokain per Encrochat: Kriminelle wähnten sich in Sicherheit, die Polizei kommt kaum nach

Beschlagnahmte Geldscheine, eine Uhr und Münzen sind auf einem Tisch im Polizeipräsidium Krefeld: Alles wurde bei mutmaßlichen Drogendealern sichergestellt.

© Polizei Krefeld / DPA

16.05.2022, 17:01
3 Min. Lesezeit

Die Entschlüsselung von Chats auf Kryptohandys von Kriminellen hat Polizei und Justiz viele Erkenntnisse gebracht – aber auch einen Haufen Arbeit. Erste Resultate liegen vor. Nun drohen neue kniffelige Verfahren.

Pseudonyme, Codewörter für die Übergabe, Fotos von Drogen oder Waffen – bei ihrer Kommunikation mit verschlüsselten Kryptohandys wähnten sich Kriminelle in Sicherheit. Vor rund zwei Jahren jedoch gelang es europäischen Ermittlern, die Daten des Anbieters Encrochat zu knacken. Seitdem ringen Polizei und Justiz bundesweit mit einer Datenflut: Allein in Berlin geht es laut Staatsanwaltschaft um rund 1,6 Millionen Chatnachrichten und knapp 750 Nutzer. „Mit etwa 15 Prozent stammen überproportional viele Encrochat-User aus Berlin“, sagt Oberstaatsanwalt Thorsten Cloidt, Leiter einer Abteilung für Organisierte Kriminalität.

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Mehrere Tonnen Kokain

In 40 Fällen hat die Berliner Staatsanwaltschaft bislang Anklage erhoben, etliche davon werden inzwischen beim Landgericht verhandelt. Mehr als 100 weitere Verfahren mit mindestens einem identifizierten Verdächtigen stehen nach Behördenangaben an, in weiteren neun Fällen müsse noch der Täter ermittelt werden. Auch in Hamburg gehören solche Prozesse inzwischen zum Alltag, in zwei Verfahren geht es etwa um den Schmuggel von mehreren Tonnen Kokain.

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