Die Türkei hat ihre Bedenken gegen eine Aufnahme Finnlands und Schwedens in die NATO bekräftigt, zugleich aber Gesprächsbereitschaft signalisiert. Sein Land sei immer für eine „Politik der offenen Tür“ gewesen, sagte Außenminister Mevlüt Cavusoglu zum Auftakt der informellen Beratungen mit den anderen Außenministern der Bündnisstaaten in Berlin. Finnland und Schweden unterstützten aber „Terrororganisationen“ wie die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK und die Kurdenmiliz YPG in Syrien, sagte Cavusoglu.

Bereits am Freitag hatte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan gesagt, skandinavische Länder seien geradezu „Gasthäuser für Terrororganisationen“. Die Türkei beschuldigt seit langem die nordischen Länder, extremistische kurdische Gruppen sowie Anhänger des in den USA lebenden Predigers Fethullah Gülen zu beherbergen.

Putin droht Helsinki

Der russische Präsident Wladimir Putin drohte Finnland für den Fall eines Beitritts zur Militärallianz mit Konsequenzen. In einem Telefonat mit seinem Kollegen Präsident Sauli Niinistö bezeichnete er die Pläne als Fehler. Von Russland gehe keine Bedrohung für das Nachbarland aus, betonte Putin nach Kremlangaben bei dem Gespräch. Die Abkehr Finnlands von der traditionellen Neutralität werde zu einer Verschlechterung der bislang guten nachbarschaftlichen Beziehungen führen.

Finnlands Außenminister Pekka Haavisto und dessen schwedische Amtskollegin Ann Linde nehmen als Gäste an den NATO-Beratungen in Berlin teil. Finnland und das benachbarte Schweden sind enge Partner der Allianz, gehören ihr aber nicht an. Der Einmarsch der russischen Streitkräfte in die Ukraine hatte in beiden Ländern eine intensive Debatte über die Sicherheitspolitik ausgelöst. Sie stehen nun kurz davor, einen offiziellen Aufnahmeantrag zu stellen.

Der finnische Außenminister Pekka Haavisto bei der Ankunft in Berlin

Haavisto sagte in Berlin: „Ich bin mir sicher, dass wir für diese Sache eine Lösung finden werden.“…