Parlamentswahl
Erste Wahl im Libanon nach Explosionskatastrophe beginnt

Die erste Wahl seit der Explosion im Beiruter Hafen: Der krisengeschüttelte Libanon wählt. Foto: Bilal Hussein/AP/dpa

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Im Libanon hat am Sonntagmorgen die erste Parlamentswahl nach der Explosionskatastrophe im Hafen der Hauptstadt Beirut begonnen.

Im Libanon hat am Sonntagmorgen die erste Parlamentswahl nach der Explosionskatastrophe im Hafen der Hauptstadt Beirut begonnen.

Angesichts einer schweren Wirtschafts- und Finanzkrise hoffen vor allem viele jüngere Wähler auf einen Sieg regierungskritischer Kandidaten. Fast vier Millionen Menschen sind aufgerufen, die 128 Mitglieder des Abgeordnetenhauses zu bestimmen. Erste vorläufige Ergebnisse könnte es am Sonntagabend geben.

Schwerste Wirtschafts- und Finanzkrise in der Geschichte

Das Land am Mittelmeer leidet seit mehr als zwei Jahren unter der schwersten Wirtschafts- und Finanzkrise seiner Geschichte. Nach UN-Angaben lebt rund drei Viertel der Bevölkerung mittlerweile unter der Armutsgrenze. Im Alltag kämpfen die Menschen mit Mangelversorgung. So haben viele Haushalte nur wenige Stunden am Tag Strom. Zuletzt wuchsen die Sorgen, dass es wegen des Kriegs in der Ukraine zu einer schweren Brotkrise kommen könnte.

Die Chancen auf einen größeren Wandel gelten wegen des Wahlsystems als gering. Viele Beobachter rechnen damit, dass die mit dem Iran verbündete schiitische Hisbollah ihre starke Stellung festigen kann. Unklar ist, wie sich der Rückzug des bislang wichtigsten sunnitischen Politikers, Saad al-Hariri, auswirkt. Der Ex-Ministerpräsident hatte im Januar überraschend seinen Verzicht auf eine Kandidatur verkündet.

Oppositionelle Kandidaten gehen aus Massendemos hervor

Größer als bei früheren Wahlen ist die Zahl oppositioneller Kandidaten….