Zum ersten Mal seit Beginn der Corona-Pandemie wurden im Vatikan wieder mehrere Personen heilig gesprochen. Zu der Messe mit Papst Franziskus versammelte sich auf dem Petersplatz eine der größten Menschenmengen der letzten Zeit – abgesehen von den jüngsten Osterfeierlichkeiten.

Die vier Frauen und sechs Männer, die direkt zu Beginn in das offizielle Verzeichnis der Heiligen aufgenommen wurden, stammen aus Italien, Frankreich, den Niederlanden und Indien. Sie können nun von Katholiken weltweit verehrt und angerufen werden.

Die bekanntesten unter ihnen sind der französische Wüsteneremit Charles de Foucauld (1858-1916) und der im KZ ermordete niederländische Ordensmann und Journalist Titus Brandsma (1881-1942).

Der vormalige Lebemann und Husar de Foucauld erlebte eine religiöse Bekehrung, wurde erst Trappist, dann Weltpriester und am Ende Wüsteneremit in Nordafrika unter den Muslimen. Im Zuge des Ersten Weltkriegs wurde er vor seiner Klause ermordet. Nach seinem Tod wurden elf Ordensgemeinschaften und acht weitere Gemeinschaften und Säkularinstitute gegründet, die sich auf de Foucauld berufen. 2005 sprach ihn Benedikt XVI. selig. 

Bildteppiche am Petersdom zeigen die neuen Heiligen

Der Bauernsohn Brandsma aus Nord-Friesland trat 1899 in den Orden der Karmeliten ein. Als katholischer Journalist wandte er sich früh gegen Nationalsozialismus und Faschismus. Nach der deutschen Besetzung der Niederlande wurde er im Januar 1942 von der Gestapo verhaftet und nach Dachau gebracht. Dort wurde er am 26. Juli 1942 durch eine Giftspritze ermordet. Johannes Paul II. sprach ihn 1983 selig.

„Heiligkeit besteht nicht aus ein paar heroischen Gesten, sondern aus viel täglicher Liebe“, sagte Papst Franziskus in seiner anschließenden Predigt. Jeder und jede sei zur Heiligkeit berufen, nicht als Kopie der offiziellen Heiligen, sondern als je eigenes Original, so der Papst.

Mit Spannung war erwartet worden, ob der Pontifex die Messe im Stehen oder Sitzen abhält. Franziskus klagt seit…