Preisanstieg und Hitzewelle
Indien stoppt Export von Weizen – mit sofortiger Wirkung

Um die Ernährung im eigenen Land zu sichern, hat Indien einen Exportstopp für Weizen beschlossen

© ABACA / Picture Alliance

14.05.2022, 11:21
2 Min. Lesezeit

Um die Ernährung im eigenen Land zu sichern, hat Indien den Export von Weizen mit sofortiger Wirkung gestoppt. Die Welthungerhilfe warnt von einer Verschärfung der globalen Hungerkrise.

Am Mittwoch noch hatte Indiens Staatssekretär Sudhanshu Pandey jede Einschränkung des Weizenexports ausgeschlossen. Nun aber stoppt das Land die Ausfuhr mit sofortiger Wirkung. In einer Regierungserklärung heißt es, dass der sprunghafte Anstieg der Weltmarktpreise die Ernährungssicherheit Indiens und der angrenzenden Länder bedrohe.

Interview

Ukraine-Krieg

Agrar-Experte über Ernteausfälle in der Ukraine: „Ich glaube, wir haben ein großes Problem“

18.03.2022

Dabei sollte Indien als zweitgrößtem Weizenproduzent eine wichtige Rolle im Kampf gegen die globale Hungerkrise zukommen. Bisher sind rund ein Drittel der weltweiten Weizen- und Gerstenexporte auf Russland und die Ukraine – die „Kornkammern der Welt“ – entfallen. Seit Beginn des Krieges ist die Ausfuhr stark zurückgegangen, die Preise daraufhin auf ein Rekordhoch gestiegen. Die Einfuhrpreise haben laut Statistischem Bundesamt ein Zehn-Jahres-Hoch erreicht (stern berichtete).

Indien wollte zehn Millionen Tonnen Weizen exportieren 

Die Lieferengpässe haben in etlichen Entwicklungsländern, insbesondere auf dem afrikanischen Kontinent, zu Versorgungsengpässen und Hungerkrisen geführt. Indien war vor dem Krieg nur für ein Prozent des weltweiten Weizenexportes verantwortlich. Für 2023 hatte Indien jedoch angekündigt, zehn Millionen Tonnen Weizen exportieren zu wollen. Das Land habe laut „Tagesschau“ geplant, die…