In der georgischen Separatistenregion Südossetien soll am 17. Juli eine Volksbefragung über einen Beitritt zur russischen Föderation stattfinden. Der scheidende südossetische Präsident Anatoli Bibilow unterzeichnete ein entsprechendes Dekret, wie sein Büro mitteilte. Damit entspreche er dem „historischen Streben“ der Menschen in Südossetien, hieß es.

Im Messenger-Dienst Telegram schrieb Bibilow später: „Wir kommen nach Hause.“ Nun sei die „Zeit gekommen, uns ein für allemal zu vereinen“. Ein Zusammenschluss von Südossetien und Russland sei „der Beginn einer großen neuen Geschichte“.

„Inakzeptabel“

Bibilow steht zwar vor seiner Ablösung als Präsident, doch auch sein designierter Nachfolger Alan Gaglojew strebt nach eigenen Worten einen „jahrhundertealten Traum“ an. Demnach könnte sich Südossetien mit der russischen Teilrepublik Nordossetien vereinigen. Voraussetzung sei, dass Russland ebenfalls bereit sei, Südossetien aufzunehmen, sagte Gaglojew unlängst in einem Interview. Georgiens Regierung hatte das Vorhaben als „inakzeptabel“ bezeichnet.

Nach einem kurzen militärischen Konflikt mit Georgien im Jahr 2008 hatte Russland Südossetien und die Küstenregion Abchasien als unabhängig anerkannt. Beide Regionen unterstützt Russland finanziell und hat dort Tausende Soldaten stationiert. Der Bevölkerung wurde die russische Staatsbürgerschaft angeboten. Eine Volksabstimmung in Südossetien könnte nun dem Muster in der Ukraine folgen, wo 2014 nach einem international nicht anerkannten Referendum die Krim von Russland annektiert wurde.

wa/bru (afp, rtr, dpa)