Landtagswahlen 2022
Kleine Parteien mit großer Wirkung: Was die „kleine Bundestagswahl“ in Nordrhein-Westfalen für Deutschland bedeutet

Ministerpräsident in Nordrhein-Westfalen Hendrik Wüst (CDU)

© Roberto Pfeil / DPA

14.05.2022, 13:27
4 Min. Lesezeit

Die Wahlen im Saarland und in Schleswig-Holstein gaben ein vergleichsweise kleines Stimmungsbild zur deutschen Pareienlandschaft ab. Die wichtigste Wahl des Jahres kommt erst jetzt. In Nordrhein-Westfalen wird ein neuer Landtag gewählt. Das Ergebnis könnte auch auf Bundesebene Spuren hinterlassen.

Die CDU-Schlappe an der Saar? Längst abgehakt. Das SPD-Desaster in Schleswig-Holstein? Nicht mehr der Rede wert. Der eigentliche Stimmungstest für die Bundespolitik fünf Monate nach dem Antritt der Ampel-Regierung von Kanzler Olaf Scholz kommt jetzt erst – am Sonntag in Nordrhein-Westfalen.

Die Wahlen im Saarland und Schleswig-Holstein galten aus Berliner Sicht als Regionalereignisse, die von zwei sehr beliebten Spitzenkandidaten – Anke Rehlinger (SPD) und Daniel Günther (CDU) – für sich entschieden wurden. Das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen ist da schon ein ganz anderes Kaliber. Mit über 13 Millionen Menschen können dort mehr als vier Mal so viele wie im Saarland und Schleswig-Holstein zusammen einen neuen Landtag wählen. Deswegen spricht man auch von einer „kleinen Bundestagswahl“.

Und die wird richtig spannend. Seit Wochen liefern sich CDU-Ministerpräsident Hendrik Wüst und sein Herausforderer Thomas Kutschaty von der SPD ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Kutschaty mit Scholz auf Endspurt-Wahlplakaten

Dass die Bundespolitik in NRW eine wichtige Rolle spielt, hat vor allem die SPD sichtbar gemacht. Zwei Wochen vor der Wahl präsentierte sie auf den Düsseldorfer Rheinwiesen in Anwesenheit von Parteichef Lars Klingbeil neue Plakate, die ihren…