Der bisherige Kronprinz von Abu Dhabi, Mohammed bin Sajid, ist zum neuen Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) gewählt worden. Er tritt damit die Nachfolge seines am Freitag gestorbenen Halbbruders Chalifa bin Sajid an. Die Oberhäupter der insgesamt sieben Emirate des Landes wählten den 61 Jahre alten Scheich Mohammed einstimmig zum Präsidenten, wie die staatliche Agentur WAM meldete. Er wird zugleich offizieller Herrscher des größten Emirats, Abu Dhabi.

Wegen der schweren Krankheit seines Vorgängers galt Mohammed bin Sajid bereits zuvor als eigentlicher Herrscher der VAE. Chalifa bin Sajid war am Vortag nach langer Krankheit in Folge eines Schlaganfalls im Alter von 73 Jahren gestorben. Er wurde noch am Freitagabend beerdigt. In den vergangenen Jahren war er kaum noch in der Öffentlichkeit zu sehen.

Teil der Kriegskoalition

Das neue Staatsoberhaupt bestimmt schon seit längerem maßgeblich die Politik der öl- und gasreichen Emirate. Unter seiner Führung entwickelte sich das Land in den vergangenen Jahren zu einer wichtigen Regionalmacht. So schlossen sich die VAE der von Saudi-Arabien geführten Koalition an, die im Jemen seit mehreren Jahren einen Krieg gegen Huthi-Rebellen führt, die vom schiitischen Iran unterstützt werden.

Mohammed bin Sajid pflegt enge Beziehungen zum saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman. Dennoch gibt es vor allem im Jemen auch Interessenskonflikte. 2020 unterzeichneten die Emirate und Bahrain als erste Golfstaaten ein Abkommen zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit Israel. Auch diese Annäherung trieb Mohammed bin Sajid voran. Sie richtet sich vor allem gegen den Iran, in dem die Emirate einen Erzfeind sehen. Aber auch wirtschaftliche Interessen spielten eine Rolle.

Der verstorbene Chalifa bin Sajid führte die Emirate offiziell seit 2004

Herzog: „Mutige Führung“

Die Regierung der VAE hatte am Freitag eine 40 tägige Staatstrauer ausgerufen. Zudem ruht das öffentliche und wirtschaftliche Leben für drei…