Große Märsche fanden in der Hauptstadt Washington sowie in den Metropolen New York, Chicago, Los Angeles sowie im texanischen Austin statt. Die Teilnehmer riefen Slogans wie „Mein Körper, meine Entscheidung“. Viele waren als Statement für Frauenrechte in pink gekleidet. Mehrere Organisationen hatten dazu aufgerufen, auf die Straße zu gehen.

„Ich denke einfach, dass keiner das Recht hat, die Entscheidung über den Körper eines anderen zu treffen“, sagte die 20-jährige Hanna Williamson, die aus Suffolk im Bundesstaat Virginia zu der drei Autostunden entfernten Demonstration in Washington angereist war. Die Demonstranten in der Hauptstadt der USA zogen zum Supreme Court, der das landesweite Recht auf eine Abtreibung zu kippen droht.

Im New Yorker Stadtteil Brooklyn versammelten sich etwa 3000 Menschen hinter einem pinkfarbenen Banner mit der Aufschrift „Unsere Körper. Unsere Zukunft. Unsere Abtreibungen“. Zu den dortigen Demonstranten zählte der Mehrheitsführer im US-Senat, Chuck Schumer, der New Yorker Bürgermeister Eric Adams und andere einflussreiche Demokraten.

Demonstranten versammelten sich auch in New York City

Urteilsentwurf durchgesickert

Es gibt in den Vereinigten Staaten kein landesweites Gesetz, das Schwangerschaftsabbrüche erlaubt oder verbietet. Abtreibungen sind aber mindestens bis zur Lebensfähigkeit des Fötus erlaubt – heute etwa bis zur 24. Woche. Grundlage dafür ist ein Urteil des Obersten US-Gerichts von 1973. Anlass der Proteste ist ein Urteilsentwurf des Supreme Court, der Anfang vergangener Woche an die Öffentlichkeit gelangt war. Demnach könnte er das seit fast 50 Jahren geltende Grundsatzurteil „Roe v. Wade“ kippen.

Weil es bisher kein Bundesgesetz zu diesem Thema gibt, hätten Bundesstaaten in der Folge freie Hand, Abtreibungen zu verbieten oder den Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen drastisch einzuschränken. Rund die Hälfte der 50 Bundesstaaten dürfte diesen Weg gehen. Dort lebende Frauen müssten für eine Abtreibung dann in…