Die im thüringischen Gotha tagende Mitgliederversammlung des PEN-Deutschland stimmte mit großer Mehrheit für den österreichischen Schriftsteller Josef Haslinger als Interims-Präsidenten, wie ein Sprecher des Schriftstellerverbandes mitteilte.

Deniz Yücel trat nach nach turbulenter Sitzung ab

Der 66-jährige Haslinger war bereits von 2013 bis 2017 Präsident des PEN-Zentrums Deutschland. Er soll nun zusammen mit einem Notvorstand bis zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung die Geschäfte der Schriftstellervereinigung führen. Auf Haslinger entfielen den Angaben zufolge 133 Ja-Stimmen von insgesamt 145 abgegebenen gültigen Stimmzetteln.

Deniz Yücel trat trotz Wiederwahl als PEN-Präsident zurück (Archivbild)

Nach einer turbulenten Sitzung am Vortag, in dessen Zuge der Journalist Yücel zunächst knapp im Amt als Präsident bestätigt worden war, dann aber selbst zurück- und aus dem Verband austrat, war am Samstag auch der verbliebende Vorstand zurückgetreten. Hintergrund ist ein Streit im bisherigen Vorstand sowie Kritik am Führungsstil einzelner Vorstandsmitglieder. Der bisherige Vorstand um Yücel war erst im Oktober gewählt worden.

PEN 1921 in England gegründet

Das PEN-Zentrum Deutschland mit seinen rund 770 Mitgliedern ist eine von derzeit 150 Schriftstellervereinigungen, die im PEN-International zusammengeschlossen sind. Der Name steht für „Poets, Essayist, Novelists“. Die ursprünglich 1921 in England gegründete Vereinigung sieht sich als Anwalt des Freien Wortes sowie als Stimme verfolgter und unterdrückter Schriftsteller.

nob/haz (epd, dpa)