13.05.2022, 17:02
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Der ukrainische Außenminister sendet nach den Verstimmungen der letzten Wochen versöhnliche Botschaften in Berlin. Doch so ganz zufrieden ist die Ukraine mit der deutschen Unterstützung noch nicht.

In den vergangenen Tagen und Wochen konnte man durchaus auf die Idee kommen, dass der Wortführer für die außenpolitischen Belange der Ukraine Andrij Melnyk heißen muss.

Teils deftig, aber immer deutlich bezog er Position zum deutschen Handeln im Konflikt mit Russland, kritisierte das Flaggenverbot in Berlin, forderte mehr schwere Waffen für sein Land, zeigte sich irritiert über die „beleidigte Leberwurst“ Olaf Scholz, weil der Bundeskanzler nicht nach Kiew reisen wollte. Der ukrainische Botschafter in Berlin hatte, nun ja, viele Botschaften an die Bundesrepublik. Nicht selten waren es empfindliche Nadelstiche.

Faktisch ist Dmytro Kuleba, qua seines Amtes, der oberste Diplomat seines Landes. Der ukrainische Außenminister war am Donnerstag erstmals seit Kriegsbeginn in Berlin. Auch er hatte allerhand Botschaften im Gepäck, die erste setzte er direkt am Morgen: „Danke an alle deutschen Menschen“, sagte er im ARD-„Morgenmagazin“. Huch?

Lob für Scholz und die SPD… 

Zuletzt waren die Beziehungen zwischen Berlin und Kiew mindestens angespannt, es mussten sogar „Irritationen der Vergangenheit“ ausgeräumt werden, nachdem die Ausladung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier durch die ukrainische Regierung für einen Eklat (und eine „beleidigte Leberwurst“ Scholz) gesorgt hatte. 

Doch von jenen Verstimmungen war am Donnerstag nicht mehr viel zu spüren, Kuleba sollte bei seinem vor allem freundlichen Ton bleiben, offenbar in dem Bemühen, den Zwist mit Berlin beizulegen oder die Wogen mindestens merklich zu glätten. Wenn Botschafter Melnyk klare Knallhart-Kante zeigt, dann…