Krieg in der Ukraine
„Brutale Verhöre“: Russland verschleppt laut US-Angaben tausende Ukrainer in Filtrationslager

Russische Soldaten patrouillieren in der Stadt Wolnowacha im Gebiet Donezk im Osten der Ukraine.

© Alexander Nemenov / AFP

13.05.2022, 15:05
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Neue schwere Vorwürfe gegen die russische Armee im Ukraine-Krieg: Nach US-Informationen deportieren die Kreml-Truppen tausende Menschen in spezielle Lager und unterziehen sie dort „brutalen Verhören“.

Die russischen Streitkräfte sollen seit Beginn ihrer Invasion in der Ukraine tausende Menschen in sogenannte Filtrationslager geschickt haben. „Mindestens mehrere tausend“ Ukrainer seien verschleppt und in derartigen Lagern interniert worden, sagte Michael Carpenter, US-Botschafter bei der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), am Donnerstag vor dem Ständigen Rat der Organisation in Wien. „Russlands Soldaten verlegen gewaltsam Zivilisten, deren Häuser, Städte und Dörfer monatelang gnadenlos mit Granaten, Raketen und Bomben bombardiert wurden, nach Russland – genau das Land, das all das unnötige Leid verursacht.“

Die Filtrationslager würden von russischen Truppen genutzt, um ukrainische Zivilisten auf Verbindungen zur Regierung oder zum Militär und auf Anzeichen von Widerstand gegen den Angriffskrieg von Präsident Wladimir Putin zu überprüfen. Dabei würden die Gefangenen aus verschiedenen Blickwinkeln fotografiert, auf Tätowierungen untersucht und verhört. Man nehme ihnen ihre Handys weg, zwinge sie Passwörter herauszugeben, überprüfe Chats und soziale Medien und speichere ihre Kontakte und Daten, ihre biografischen Informationen und ihre Fingerabdrücke. In einigen Fällen hätten russische Soldaten auch Pässe und Ausweisdokumente beschlagnahmt.

„Zahlreiche Augenzeugenberichte weisen darauf hin, dass das ‚Herausfiltern‘ das Schlagen…