Mit der breiten Mehrheit von 80 zu 19 Stimmen hat der Senat in Washington für die Mandatsverlängerung um weitere vier Jahre gestimmt. US-Präsident Jo Biden hatte den 69-jährigen Jerome Powell im November für eine zweite Amtszeit nominiert, obwohl der Präsident der Notenbank Federal Reserve den oppositionellen Republikanern angehört.

US-Inflation bei mehr als acht Prozent

Powell genießt parteiübergreifend Ansehen. Er war 2018 unter dem damaligen US-Präsidenten Donald Trump Chef der mächtigen Notenbank geworden. Angesichts der sehr hohen Inflation in den USA steht das Amt derzeit besonders im Fokus. Die Inflation ist angetrieben von der Corona-Pandemie und dem Ukraine-Krieg auf dem höchsten Stand seit rund 40 Jahren. Sie lag im März bei 8,5 Prozent, im April sank sie leicht auf 8,3 Prozent.

Unter Powells Führung hat die Fed im Kampf gegen die Teuerung schon zwei Mal den Leitzins erhöht: Im März um 0,25 Prozentpunkte und dann in der vergangenen Woche um 0,5 Punkte. Der Leitzins liegt damit in einer Spanne zwischen 0,75 und 1,0 Prozent.

„Rückkehr zu zweit Prozent Inflation wird weh tun“

Nach seiner Bestätigung durch den Senat stimmte der Fed-Präsident die US-Bevölkerung auf Härten ein. „Es wird auch einige Schmerzen mit sich bringen, die Inflation auf zwei Prozent zu senken“, sagte Powell dem Sender Marketplace Radio. „Aber am Ende wäre es am schmerzhaftesten, wenn wir dabei versagen würden.“ Dann könnte sich die Inflation auf einem hohen Niveau festsetzen. „Und das kennen wir.“ Er bezeichnete den Kampf gegen die Teuerung als seine wichtigste Aufgabe. 

Ende April hatte die Kongresskammer Fed-Gouverneurin Lael Brainard, die sich viele Demokraten als neue Notenbank-Chefin gewünscht hatten, als neue Vize-Chefin der Fed bestätigt. In dieser Woche wurden dann Wirtschaftsprofessorin Lisa Cook als erste schwarze Frau in der Fed-Geschichte und der ebenfalls schwarze Wirtschaftsprofessor Philip Jefferson für den Gouverneursrat bestätigt.

se/bru (afp, ap, rtr, dpa)