Rohstoffe
Ende der Chip-Engpässe könnte noch auf sich warten lassen

Die Chip-Engpässe halten an – Experten zeigen sich aber vorsichtig optimistisch. Foto: Lino Mirgeler/dpa

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Die Milliarden-Investitionen gegen Chip-Engpässe dürften bald fruchten. Doch noch hört man von Waschmaschinen, die für Halbleiter ausgeschlachtet werde. Auch der Ukraine-Krieg stört die Produktion.

Mit den Chip-Engpässen in der Corona-Krise wurde monatelanges Warten auf Waschmaschinen und Autos genauso normal wie die vergebliche Suche nach neuen Playstation-Konsolen. Wie lange geht das noch so?

Einige Experten sind vorsichtig optimistisch: So kann sich Branchenanalyst Alan Priestley vom IT-Marktforscher Gartner vorstellen, dass bereits im kommenden Jahr wieder Überkapazitäten auftreten. Beim Chipkonzern Intel warnt aber Firmenchef Pat Gelsinger, dass Probleme bei Fertigungskapazität und Verfügbarkeit nötiger Maschinen mindestens bis zum Jahr 2024 andauern dürften.

Experte Priestley setzt darauf, dass der groß angelegte Ausbau der Produktion bald Früchte trägt. Die Branche investiert seit ersten Anzeichen der Engpässe zu Beginn der Corona-Pandemie in neue Fabriken. «Deshalb werden wir wahrscheinlich 2023 oder 2024 Überkapazitäten haben», prognostizierte er. Jedenfalls bis die weiter steigende Nachfrage sie aufzehrt.

Nicht genügend in Ausbau investiert

Dieses Wechselspiel sei an sich typisch für die Chipbranche, betonte Priestley. «Sobald Nachfrage und Angebot im Gleichgewicht sind, wird investiert, um Kapazitäten für den nächsten Nachfrageschub zu haben.» Die aktuelle Chip-Krise sei aber so heftig ausgefallen, weil in einigen Bereichen nicht genug in den Ausbau investiert worden sei – und gleichzeitig die Nachfrage mit dem verstärkten Arbeiten und Lernen in der Corona-Pandemie sprunghaft anstieg.