Preiserhöhungen mögen die Kunden nicht, daher sparen viele Hersteller lieber am Inhalt. Das kommt auf dasselbe heraus, fällt aber nicht so einfach auf. Die Verbraucherzentrale Hamburg schaut genau hin und kürt regelmäßig die „Mogelpackung des Monats“.

„Was steckt in diesem Müsli?“ heißt es auf der Verpackung des Bircher-Müslis der Lidl-Marke Crownfield. Die Verbraucherzentrale Hamburg hat nachgemessen und festgestellt: Die 18 Zentimeter hohe Dose ist zur Hälfte mit Luft gefüllt. Darüber hätten sich viele Verbraucherinnen und Verbraucher beschwert. Die Verbraucherschützer haben Lidl deshalb wegen Irreführung der Kunden abgemahnt und – nachdem der Discounter nicht reagierte – sogar verklagt. Ein Urteil steht aus, aber mittlerweile verkauft Lidl dieselbe Packung mit mehr Inhalt, wie die Verbraucherzentrale festgestellt hat. Statt mit 400 Gramm Müsli ist die Dose nun mit 470 Gramm deutlich besser gefüllt. Geht doch. 

Illustre Reihe von Mogelpackungen

Die Verbraucherzentrale Hamburg hat bereits viele namhafte Hersteller als Mogelpackung des Monats angeprangert. Der Schoko-Weihnachtsmann und der Schmunzelhase von Milka waren ebenso darunter wie die Pasta-Sauce Miracoli oder Müsli von Dr. Oetker. Milka-Hersteller Mondelez kritisierten die Verbraucherschützer auch für die Abkehr von der 100-Gramm-Standardgröße hin zu 93-, 87- oder 81-Gramm-Tafeln sowie die Schrumpfung einiger 300-Gramm-Großpackungen auf 270 oder 280 Gramm.

Einmal im Jahr lässt die Verbraucherzentrale unter fünf Kandidaten über die Mogelpackung des Jahres abstimmen. Für das Jahr 2021 wurde die Paprika-Sauce von Homann mit dem Negativpreis ausgezeichnet. Weitere Mogelpackungen der vergangenen Monate zeigt unsere Fotostrecke. 

++Hier finden Sie Mogelpackungen der Industrie, die bis heute in den Supermarktregalen stehen++

bak/kg