Datenhandel
Zyklus-Apps könnten Frauen bei einem Abtreibungsverbot in den USA an die Strafverfolgung verraten

Wenn die Gesetze in den USA strenger werden, könnte das auch Auswirkungen auf die Kommunikation von Frauen haben, die eine Abtreibung in Betracht ziehen

© Blend Images / Inti St Clair / Picture Alliance

von Katharina Brenner-Meyer

13.05.2022, 06:36
3 Min. Lesezeit

In den USA steht das Recht auf Abtreibung auf der Kippe. Aktivistinnen rufen in diesem Zuge dazu auf, Zyklus-Apps von Handys zu löschen, weil in den gespeicherten Daten Informationen zu Schwangerschaften stecken. Die könnten künftig zu einer Strafverfolgung führen. 

Dieser Entwurf hat ein ganzes Land in Aufruhr gebracht. Er rüttelt an Frauenrechten und Selbstbestimmung. Vergangene Woche veröffentlichte das Nachrichtenportal „Politico“ einen Mehrheitsentwurf des Supreme Court, dessen Echtheit bestätigt wurde und der das Grundsatzurteil „Roe v. Wade“ von 1973 aufheben würde. Darin ist das Recht auf Abtreibung verankert. Es steht nun auf der Kippe. Ein Versuch der Demokraten im US-Senat, es mit einem bundesweiten Gesetz sicherzustellen, scheiterte. 

Ohne „Roe v. Wade“ wäre die Gesetzgebung bei Abtreibungen Sache der Bundesstaaten. Konservative Staaten haben bereits Verschärfungen angekündigt, sollte dies bald möglich sein. Der Gouverneur von Oklahoma, Kevin Stitt, unterzeichnete medienwirksam ein „Herzschlag-Gesetz“, das Schwangerschaftsabbrüche verbietet, sobald sich bei einem Fötus der Herzschlag feststellen lässt. Zu diesem frühen Zeitpunkt in der Schwangerschaft wissen manche Frauen noch gar nicht, dass sie überhaupt schwanger sind (der stern berichtete). Im US-Bundesstaat Missouri wiederum liegt ein Gesetzesentwurf vor, der es Frauen sogar verbieten würde, in anderen, liberaleren Staaten, Hilfe zu suchen. Es könnte dann auch verklagt werden, wer einer Frau aus…