Schon lange bereitet das Great Barrier Reef vor der Nordostküste Australiens Umwelt- und Naturschutzorganisationen große Sorge, denn die größte von Lebewesen geschaffene Struktur der Erde leidet sehr unter den durch den Klimawandel ansteigenden Meerestemperaturen. Jetzt überbrachte die Great Barrier Reef Marine Park Authority (GBRMPA) eine neue Hiobsbotschaft: Laut der Marineparkbehörde, die der Regierung in Canberra untersteht, sind mehr als 90 Prozent des gigantischen Ökosystems wegen des zu warmen Wassers von Korallenbleiche betroffen. Auslöser sei eine monatelange Hitzewelle auf dem fünften Kontinent.

Great Barrier Reef erlebt vierte Massenbleiche seit 2016

Das extrem heiße Wetter habe das Meerwasser seit Dezember immer weiter erhitzt, heißt es in dem Report. Die Folge: Die Korallen sind so gestresst, dass sie die für die Färbung sorgenden Algen abstoßen, mit denen sie sonst zusammenleben. Und ohne die Algen bleichen die Nesseltiere aus. Luftaufnahmen hätten gezeigt, dass von 719 untersuchten Riffen 654 zumindest teilweise eine Korallenbleiche aufwiesen.

„Die Untersuchungen bestätigen ein Massenbleicheereignis“, schreibt die GBRMPA. Betroffen seien zahlreiche Riffe in allen Regionen des 2300 Kilometer langen Naturwunders, das sich im tropischen Queensland von Cape York bis nach Bundaberg erstreckt. Es handele sich bereits um die vierte Massenbleiche seit 2016 und die sechste seit 1998. Die GBRMPA schreibt aber auch: „Es ist wichtig zu beachten, dass gebleichte Korallen gestresst sind, aber noch leben.“ Wenn das Wasser sich abkühle, könnten gebleichte Korallen ihre Farbe wiedererlangen und überleben.

Die Unesco hatte 2021 gedroht, das Great Barrier Reef auf die Rote Liste des „gefährdeten“ Welterbes zu setzen. Auf Druck der australischen Regierung war das Riff der Herabstufung aber gerade noch einmal entgangen. Erst 2023 soll erneut darüber beraten werden.

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