10.05.2022, 08:02
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Im Schatten von Russlands Krieg gegen die Ukraine hat Kremlchef Wladimir Putin mit einer Militärparade und einer Ansprache in Moskau den Sieg über Nazi-Deutschland vor 77 Jahren gefeiert. So bewertet die Presse Putins Rede auf dem Roten Platz.

Russlands Präsident Wladimir Putin hat für seinen Krieg gegen die Ukraine die Angegriffenen selbst und die Nato verantwortlich gemacht. In seiner Ansprache bei der Moskauer Militärparade zum Jahrestag des Sieges über den Nationalsozialismus sagte er am Montag, das westliche Militärbündnis habe über die Jahre eine „absolut nicht hinnehmbare Bedrohung“ geschaffen, gegen die sich Russland nun präventiv wehre. Anders als im Westen teils befürchtet, verkündete der Kreml-Chef keine Teil- oder Generalmobilmachung oder anderweitige Ausweitung der von ihm so bezeichneten „militärischen Spezial-Operation“.

Putin warf der Ukraine und der Nato vor, „eine Invasion unserer historischen Gebiete“ geplant zu haben, darunter der 2014 von Russland annektierten Krim-Halbinsel und der mehrheitlich russischsprachigen Donbass-Region in der Ostukraine. Auch strebe Kiew nach der Atombombe. Russland habe daher keine andere Wahl gehabt, als präventiv zu agieren. Der Ukraine-Einsatz sei „die einzig richtige Entscheidung“ für ein „souveränes, starkes und unabhängiges Land“.

Die Pressestimmen zur Rede von Russlands Präsident Wladimir Putin

„Badische Zeitung“ (Freiburg): „Angesichts ausbleibender Erfolge an der Front schien der „Tag des Sieges“ für Russlands Präsidenten diesmal eher ein lästiger Pflichttermin zu sein. Selbst die Parade auf dem Roten Platz geriet mit der angeblich wetterbedingt abgesagten Luftschau eher zu einer Demonstration militärischer Unzulänglichkeit als Stärke. Kommen Putin Zweifel? Wenn, dann würde er es wohl nie eingestehen. Den Befehl zum Angriff auf die Ukraine verteidigt er als alternativlos. Doch…