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„heute wichtig“
Weg vom russischen Gas  – so könnte es klappen

Ein Flüssiggas-Tanker im Atlantik vor der Mündung der Loire bei Saint -Nazaire (Archivbild)

© Sebastien Salom-Gomis / AFP

10.05.2022, 06:39
2 Min. Lesezeit

Mit Hochdruck will sich die Bundesregierung aus der russischen Gas-Abhängigkeit befreien. Eine neue Studie sagt für diesen Fall die größte Wirtschaftskrise seit dem zweiten Weltkrieg voraus, andere Experten sehen es nicht so dramatisch.

Deutschland und seine Abhängigkeit vom russischen Gas – kaum ein anderes Thema dominiert seit dem Kriegsbeginn in der Ukraine so stark die Debatte. Während viele Menschen einen schnellen Ausstieg aus den Gaslieferungen fordern, um Russland finanziell nicht weiter zu unterstützen, bremst die deutsche Industrie. Und auch eine am Montag veröffentlichte Studie des Mannheimer Ökonomieprofessors Tom Krebs mahnt zur Vorsicht. Diese sagt bei einem schnellen Importstopp einen massiven Konjunktureinbruch voraus und die massivste Wirtschaftskrise seit dem zweiten Weltkrieg. Anderer Meinung ist der Energie-Experte Georg Zachmann. Zachmann berät die Bundesregierung und analysiert für die Brüsseler Denkfabrik Bruegel die Energiemärkte. In der 271. Folge von „heute wichtig“ sagt der Fachmann, dass Deutschland sehr wohl in der Lage sei, Russland den Gashahn zuzudrehen. Einerseits aus moralischen Gründen: „In so einer Situation muss Deutschland die nächsten Winter ohne russisches Gas überstehen.“ Andererseits würde Europa derzeit „60 Prozent seines Erdgases eh nicht aus Russland“ bekommen.

„Deutschland muss nächsten Winter ohne russisches Gas überstehen“ 

Ausschlaggebend dafür seien die vermehrten Importe von Flüssiggas, sogenanntes LNG (Liquefied Natural Gas), erklärt Zachmann im Gespräch. Laut dem Energie-Experten hätte sich besonders im Vergleich zu letztem Jahr viel…