UN-Generalkommissar
Lazzarini: Syrien darf nicht zu vergessenem Konflikt werden

Im Krieg zerstörte Häuser in Aleppo (Syrien). Foto: Hassan Ammar/AP/dpa

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Hunderttausende Tote, Millionen Flüchtlinge: Trotz dieser schrecklichen Realität droht der Krieg in Syrien in Vergessenheit zu geraten. Eine Geberkonferenz soll das Leid der Syrer lindern.

UN-Generalkommissar Philippe Lazzarini warnt davor, die unter dem andauernden Konflikt in Syrien leidenden Menschen zu vergessen.

«Es ist an der Zeit, dafür zu sorgen, dass Syrien und die palästinensischen Flüchtlinge nicht zum neuen vergessenen Konflikt werden», sagte er am Dienstag zum Auftakt einer internationalen Syrien-Geberkonferenz in Brüssel. Die internationale Gemeinschaft will dort die Lage in Syrien erörtern, politische Zusagen bekräftigen und finanzielle Unterstützung mobilisieren.

«Seit elf Jahren leiden die Menschen in Syrien unter dem Krieg – 500.000 sind gestorben», sagte der deutsche Staatsminister Tobias Lindner. Mehr als 15 Millionen Syrerinnen und Syrer seien auf humanitäre Hilfe angewiesen, es braucht dringend eine politische Lösung dieses Konflikts, sagte der Grünen-Politiker. Die Bundesregierung werde am Dienstag einen «substanziellen Beitrag» für humanitäre Hilfe zusagen.

Vergangene Woche hatte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell bereits mit Blick auf den Ukraine-Krieg bekräftigt: «Trotz eines Kriegs vor der eigenen Haustür vergisst die Europäische Union andere Konflikte nicht.» Olivér Várhelyi‚ EU-Kommissar für Nachbarschaft und Erweiterung, betonte, der russische Angriff auf die Ukraine habe die ohnehin schon katastrophale humanitäre Lage in Syrien und der Region weiter verschärft. Grund seien unter anderem gestiegene Preise für Lebensmittel und Rohstoffe.

dpa

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